Offshore-Windenergie stark im Verzug

veröffentlicht am 08.07.2012
Der Ausbau der Hochseewindparks verläuft nach wie vor zu schleppend. Bereits im Dezember 2011 schrieben Fritz Vahrenholt, Chef für Erneuerbare Energien sowie Leonhard Birnbaum, Strategievorstand bei RWE einen Brief an die Bundesregierung. Darin lautete es, dass sich der ursprüngliche Termin Ende 2012 weit ins Jahr 2013 verschiebe. Der Grund dafür seien Verzögerungen beim Stromleitungsbau durch den Netzbetreiber Tennet, hieß es. Nun soll der Windpark vor Helgoland erst 2014 mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt etwa 300.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Verzögerungen verursachen Millionenschaden


Die RWE-Manager beklagten in einem erneuten Schreiben an Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler, dass die Gesamtverzögerung des Netzanschlusses von mittlerweile knapp 15 Monaten einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich verursache, der die gesamte Investition in ihrer Rentabilität über den Haufen werfe. Auch seien weitere Überlegungen zu Windparks aufgrund der massiven Probleme stark gefährdet. Somit stehen auch die Pläne der Bundesregierung auf den Spiel, um die Energiewende wie geplant umzusetzen. Während bis 2020 eine Offshore-Kapazität von 10 Gigawatt angestrebt wird, gibt es bislang lediglich nur einige Pilotprojekte. Die an der Situation beteiligten schieben die Schuld von einem zum anderen. Einig sind jedoch alle, dass die Rahmenbedingungen völlig unklar sind, eine Koordinierung fehlt und Haftungsfragen unzureichend geklärt sind.