Nordsee-Windparkprojekt vor dem Aus

veröffentlicht am 25.10.2012
Nachdem das dänische Energieunternehmen Dong den Bau des Offshore-Windparks „Riffgrund 2“ vor Borkum gestoppt und die Bestellung von 97 Siemens-Windanlagen mit 300 Megawatt Gesamtleistung storniert hat, verlangsamt sich der Ausbau deutscher Offshore-Windparks erneut. Als Grund nannte der Dong-Geschäftsführer Christoph Mertens Probleme mit dem Netzanschluss. Zwar habe der niederländische Netzbetreiber Tennet einen Netzanschluss zugesagt, allerdings sei kein verlässliches Datum genannt worden, wann die Leitung in das deutsche Netz fertiggestellt werden kann. Bei den bevorstehenden Verhandlungen über ein Gesetz zur Regelung der Haftung für Betreiber von Windparks im Falle fehlender Netzanschlüsse dürfte dieses vorläufige Projekt-Aus eine Rolle spielen.

Probleme wurden im Vorfeld angekündigt


Der für den Anschluss von Windparks in der Nordsee zuständige Netzbetreiber ist das niederländische Staatsunternehmen Tennet. Unter anderem fallen die Höchstspannungsnetze in Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in das Zuständigkeitsgebiet des Netzbetreibers. Vor mehr als zwei Jahren übernahm Tennet das Netz des Energiekonzerns E.ON und übertrug es seiner deutschen Tochterfirma. Allerdings warnte das niederländische Unternehmen bereits vor einigen Monaten vor Problemen bei der Netzanbindung von Windparks in der Nordsee, die durch Planung, Bau und Finanzierung verursacht werden. Die Offshore-Windenergie soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2030 etwa 15 Prozent des deutschen Strombedarfs decken. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen müssen Lösungen gefunden werden, um dieses Ziel erreichen zu können.