Offshore-Krisentreffen geplant

veröffentlicht am 30.07.2012
Probleme beim Netzausbau und -anschluss machen der deutschen Energiewende zu schaffen. Am 8. August treffen sich deshalb der Stromtrassenbetreiber Tennet mit Vertreter von Bund und Ländern zu einem Krisentreffen. Nach Angaben von Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und anderen Ministerpräsidenten Norddeutschlands solle das Treffen auf Staatssekretärsebene und unter Leitung des Wirtschaftsministeriums abgehalten werden. Wie kaum ein anderes Unternehmen ist der niederländische Staatskonzern Tennet für den Netzanschluss der in der Bau- und Planungsphase befindlichen Offshore-Windparks vor der deutschen Nordseeküste, und damit für ein vollständiges Gelingen der Energiewende in Deutschland von enormer Bedeutung.

Kritik und Zweifel an Tennet


Insbesondere die norddeutschen Bundesländer werden aufgrund der schleppend verlaufenden Netzanbindung der Offshoreparks durch Tennet auf die Geduldsprobe gestellt. Nicht nur die Kritik an dem niederländischen Stromtrassenbetreiber, sondern auch Zweifel an der finanziellen Umsetzbarkeit der Milliarden-Investitionen Tennets werden immer lauter. Neben Bundestagsfraktionen wie Bündnis 90/Die Grünen drohen auch die Bundesländer Tennet und anderen Netzbetreibern mit einer Netzverstaatlichung, sollten die erforderlichen Aus- und Umbaumaßnahmen nicht gewährleistet werden. Vor knapp vier Wochen erhielten Tennet und die weiteren involvierten Übertragungsnetzbetreiber ein Ultimatum zur Vorlage eines Zeitplans für den Trassenbau bis Oktober, seitens der 16 Umweltminister des Bundes. Man erwäge andernfalls die Gründung einer Bundes-Netzagentur. Der niedersächsische Ministerpräsient David Mc Allister (CDU) schlägt indes vor, eine staatliche Offshore-Netzgesellschaft zu gründen, da Tennet nicht über ausreichend Eigenkapital verfüge. An dieser Netzgesellschaft soll sich der Bund als Mehrheitseigentümer beteiligen.