Offshore-Windenergie: Deutschland ist abgehängt

veröffentlicht am 24.07.2012
Windräder auf dem Meer
Die europäische Offshore-Windenergiebranche boomt, doch Deutschland hinkt dieser Entwicklung nach wie vor hinterher. Lediglich 20 Megawatt Leistungskapazität wurden im ersten Halbjahr 2012 vor den Küsten ans Netz gebracht, was aus Unterlagen des Europäischen Windkraftverbandes EWEA hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr, an dem es noch 103 Megawatt waren, ist somit ein deutlicher Rückgang unübersehbar. Die Lokomotive des Offshore-Booms ist derweil Großbritannien. Insgesamt 422 Megawatt wurden dort im ersten Halbjahr installiert und angeschlossen. Im Jahre 2011 waren es noch 245. Laut EWEA betrug der Zuwachs der installierte Offshore-Leistung in Europa knapp 50 Prozent. Nach 348 Megawatt im Jahre 2011 wurden in diesem Halbjahr 523 Megawatt Offshore-Leistung ans Netz angeschlossen.

Netzanschluss in Deutschland problematisch 

Aufgrund ungeklärter Rahmenbedingungen gestaltet sich der Netzanschluss durch den Netzbetreiber Tennet noch schleppend. Finanzierungs- und Haftungsfragen müssen dazu noch geklärt werden. Im Hinblick auf Offshore-Bauarbeiten sieht es für Deutschland hingegen etwas  besser aus. Nach EWEA-Angaben wurden in deutschen Gewässern 34 Anlagenfundamente errichtet. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr nahezu einer Verdoppelung, jedoch lediglich einem Drittel der neuen Fundamente vor der Küste des Vereinigten Königreichs. Von den 27 gebauten Turbinen in Nord- und Ostsee wurden lediglich vier ans Netz gebracht.