Netzausbau in Regie der Windenergiebranche

veröffentlicht am 12.03.2012
Aufgrund der ständigen Verzögerungen beim Netzausbau erwägt der Bundesverband Windenergie diesen in Eigenregie durchzuführen. „Wir sind selbst in der Lage, Netze zu bauen und zu betreiben“, erklärte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie. Damit dies finanziell mitgetragen werde, erfordere dies die Anerkennung vor allem des Bundeswirtschaftsministeriums. Für den Ausbau der Netze setzt Albers auf das Verlegen von Erdkabeln. Wegen fehlender Leitungen geht Albers davon aus, dass die Zwangsabschaltungen von Windparks auf ein neues Allzeithoch gestiegen sind. „Wir wollen mit diesen Leitungen nicht etwa ein Kohlekraftwerk an das Netz anschließen, sondern 200, 300 Megawatt an Windenergie bündeln und zur 380-Kilovolt-Höchstspannungstrasse übertragen.“ Man wolle zudem vorschlagen, dass man für diesen Netzausbau bei Leitungsausfall auf eine Absicherung verzichten könne. Im Falle einer Zwangsabschaltung wegen Ausfalls einer Leitung würden die Betreiber der Windparks das Risiko selbst übernehmen. „Wir haben hier keinen zusätzlichen Verbrauchsbedarf, sondern nur einen Abführungsbedarf von Windstrom hin zu einer 380-kV-Leitung. Wir sagen, wir können die Kosten für den Verbraucher erheblich senken, wenn wir an diesen Trassen auf das n-1-Kriterium verzichten und insofern nur die halben Systeme verlegen.“ so Albers. Man bräuchte eine Kompromisslösung, da deswegen kein konventionelles Netzentgelt abgerechnet werden könne. Diese Lösung soll im Rahmen von Bürgerwindparks die notwendige Akzeptanz erhalten. In der Bundesrepublik entfalle rund die Hälfte des Netzausbaus auf die 110-Kilovolt-Ebene. Um die Landwirte zu schonen, sollte man diesen jedoch mit Erdkabeln bewerkstelligen. „Zwar bedeutet dies 20 bis 60 Prozent höhere Investitionen, zugleich gibt es aber geringere Übertragungsverluste und Instandhaltungskosten als bei Überlandleitungen“, betonte der Verbandspräsident. Durch Hochtemperaturseile können die bestehenden Leitungen zudem optimiert werden. Der Ausbaubedarf wäre dadurch deutlich herabgesetzt und um etwa acht Jahre beschleunigt. „Wir müssen nur die Seile austauschen und können damit die Kapazität in den vorhandenen Trassen verdoppeln.“, so Albers.