2. Ausschreibungsrunde – Dominanter Windparkentwickler schickt Preise auf Talfahrt

veröffentlicht am 29.08.2017

Wenn sich die Windbranche vom 12. bis 15 September zu ihrem traditionellen Branchenevent in Husum trifft, wird ein Gesprächsthema sicherlich ganz weit oben auf der Agenda stehen: die Ergebnisse der 2. Ausschreibungsrunde für die Windenergie an Land. Die Bezuschlagung von 1.013 Megawatt Windkraftleistung durch die Bundesnetzagentur Mitte August hat seitdem für reichlich Turbulenzen gesorgt. Welche Folgen das aktuelle Preisniveau für die Akteure der Windbranche hat und wie sich die Gebotslage für die nächste Ausschreibungsrunde im November entwickeln wird, erläutert der Experte Klaus Övermöhle von Övermöhle Consult & Marketing GmbH in wind-turbine.tv.

Dass wie bei der ersten Auktion Mitte Mai fast alle Zuschläge an privilegierte Bürgerenergiegesellschaften gingen, war branchenweit erwartet respektive befürchtet worden. Zu eindeutig sind die Wettbewerbsvorteile dieser Gruppierungen, die bislang ohne eine BImSchG-Genehmigung an den Auktionen teilnehmen können. Damit entfielen 68 Prozent des ausgeschriebenen Volumens allein auf UKA. Die Sachsen kommentierten ihren Erfolg in einer knapp gehaltenen Pressemitteilung bewusst nüchtern: „Als großer Entwickler von Onshore-Windparks in Deutschland verfügt die Unternehmensgruppe über die Erfahrung und Möglichkeiten, Projekte sehr kosteneffizient umzusetzen.“

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Angesichts der hohen Zuschlagsquote für UKA-Projekte dürfte es in nächster Zeit reichliche Diskussionen um den „Wettbewerbscharakter“ solcher Windkraft-Ausschreibungen geben. Neben dem UKA-Siegeszug war auch der Durchschnittspreis von 4,28 Cent pro Kilowattstunde für die erfolgreichen Gebote nicht erwartet worden, da das Preisniveau gleich um ein Viertel unter der ersten Auktion lag.

Hersteller und Projektierer unter Druck

„Diese niedrigen Zuschlagswerte, die nach unserer Auffassung strategisch bestimmt gewesen sind, haben sogar uns stark überrascht.“ erklärt Övermöhle und sieht mit den aktuellen Zuschlägen eine Schmerzgrenze nach unten erreicht. „Preise von 3,50 Cent bzw. 4,28 Cent in Deutschland zu realisieren ist extrem sportlich und an den meisten Standorten nicht umsetzbar. Der Druck auf die Preise für Windenergieanlagen werde auch aus diesem Grund größer.

Problematisch ist der Preisverfall nicht nur für Anlagenhersteller, auch die über 150 Projektentwickler in Deutschland haben damit zu kämpfen. Durch die ausschreibungsbedingte Deckelung des Zubaus auf 2.800 Megawatt schrumpft nicht nur ihr Markt um die Hälfte, auch die Preise für ihre Projektrechte sinken massiv aufgrund der niedrigen Windstromvergütung.

Niedrige Zuschlagspreise und hoher Wettbewerb erwartet

Für die nächste Ausschreibung erwartet Övermöhle keine Besserung der Situation, da dann eine große Anzahl BImSchG-genehmigte Projekte und erneut viele privilegierte Bürgerenergiegesellschaften ihre Gebote abgeben werden. Dafür ist mit weiter sinkenden Preisen und hohem Wettbewerb zu rechnen: Bei der jüngsten Ausschreibungsrunde im August wurden für die ausgeschriebenen 1.000 Megawatt insgesamt 281 Gebote mit einem Volumen von 2.927 Megawatt abgegeben.

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Was ist für das zweite Halbjahr 2017 sowie für die nächste Ausschreibungsrunde zu erwarten und wie ist die politische Großwetterlage in puncto Klimaschutz? Dies und mehr erfahren Sie in der aktuellen „Övermöhle Marktinformation | Ausgabe 2 | 08.2017“, die Ihnen nachfolgend zum kostenpflichtigen Download zur Verfügung steht!

Themen:

1.) Erste Analyse Ausschreibung: Dominanter Windparkentwickler schickt Preise auf Talfahrt

2.) Auswertung der Errichtungszahlen fürs 1. Halbjahr 2017 und Erwartungen fürs 2. Halbjahr

3.) Einschätzung der politischen Großwetterlage nach dem G20-Gipfel und vor der Bundestagswahl am 24. September

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