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Finanzierung von Windkraftanlagen und Windparks

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Finanzierung – das Rückgrat eines Windprojekts

Ob ein Windprojekt tatsächlich umgesetzt wird oder nur als Konzept in der Schublade liegenbleibt, entscheidet selten der Wind allein, sondern die Finanzierung. Natürlich sind Standortgutachten, Baugenehmigungen und die richtige Technik das Fundament für den Bau von Windkraftanlagen und Windparks. Aber erst durch eine belastbare Finanzierung wird aus einer guten Idee ein echtes Projekt. Stichwort: „Bankability“, beziehungsweise die Bankfähigkeit. Das ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Projekt für eine Finanzierung akzeptiert wir

Es geht bei der Finanzierung von Windparks generell um weit mehr, als bloß Kapital bereitzustellen. Eine gute Finanzierung regelt nämlich das "Was wäre wenn": Wer trägt welches Risiko? Welche Erträge sind realistisch? Und hält das Projekt auch stand, wenn es am Markt stürmt oder der Wind mal ausbleibt?

Genau hier schauen Banken und Investoren ganz genau hin. Sie verlassen sich nicht auf Bauchgefühl, sondern auf harte Zahlen und Szenarien. In den Gutachten stolpert man dabei immer über die Kürzel P50, P75 und P90. Was für Außenstehende kompliziert klingt, ist tatsächlich eine einfache Frage der Sicherheit: Wie vorsichtig rechnen wir? Zwei Beispiele:

  • P50: Das ist der wahrscheinliche Durchschnittswert. Hier sagt der Gutachter: „Mit 50 % Wahrscheinlichkeit erreichen oder überschreiten wir diesen Ertrag.“ Das ist die Zahl, mit der Betreiber und Verkäufer gerne rechnen, weil sie den erwarteten Normalfall abbildet.
  • P90: Finanzierer wie Banken sind von Natur aus vorsichtig. Ihnen reicht der Durchschnitt nicht. Sie schauen auf den P90-Wert. Das bedeutet: „Selbst wenn es schlecht läuft, wird dieser Ertrag mit 90 % Wahrscheinlichkeit erreicht oder übertroffen.“

Simpel gesagt: Der P50-Wert ist das, was man hofft zu verdienen. Der P90-Wert ist das, womit die Geldgeber sicher rechnen, damit ihr Kredit auch in windschwachen Jahren bedient werden kann. Ist dieser Sicherheitspuffer zu klein oder sind die Verträge zu lückenhaft, fällt die Finanzierung ins Wasser.

 

Inhaltsverzeichnis:

Voraussetzungen für eine Windenergie-Projektfinanzierung

Diese Modelle zur Finanzierung von Windprojekten sind üblich

Der Ablauf einer Windpark-Finanzierung

Diese Fehler gefährden eine Windprojekt-Finanzierung

Dienstleister und Partner, die bei der Finanzierung unterstützen

Das macht den idealen Finanzierungspartner aus

Fazit: Finanzierung gelingt, wenn Struktur und Erfahrung zusammenkommen

 

 

Voraussetzungen für eine Windenergie-Projektfinanzierung

Kapitalgeber blicken durch eine andere Brille als Ingenieure oder Projektentwickler. Statt Rotoren oder Nabenhöhen sehen sie ein langfristiges Investment, das über Jahrzehnte angelegt ist. Und so entsteht ein bankfähiges Projekt erst dann, wenn es das Vertrauen derjenigen gewinnt, die es finanzieren. Dieses Vertrauen stützt sich ausschließlich auf harte Fakten: Daten, Genehmigungen, Verträge und auf ein schlüssiges Bild der Risiken.

Viele Projektierer erleben genau an diesem Punkt die Ernüchterung. Obwohl der Standort stimmt, die Planung steht und die richtige Technik ausgewählt ist, hakt es doch an einer einzigen Unsicherheit – einem einzigen Baustein, der für die Finanzierung unverzichtbar ist.

Dennoch darf man sich die Bankability nicht als Etikett vorstellen, das man am Ende einfach nur auf die Projektmappe klebt. Es ist nämlich ein Zustand, der über Monate oder Jahre entsteht – parallel zur Entwicklung des Windprojekts. Doch was sind die entscheidenden Fragen, die geklärt werden müssen, um Vertrauen zu schaffen und die Finanzierung zu sichern?

 

Technisch top, Bankability flop?

Ein gutes Beispiel ist der Unterschied zwischen technischer Machbarkeit und finanzieller Umsetzbarkeit. Viele Standorte weisen grundsätzlich geeignete Windverhältnisse auf, erfüllen Abstandsregeln und erhalten eine Genehmigung. Trotzdem wird ein Projekt nicht gebaut, weil wichtige Elemente fehlen: eine klare Kapitalstruktur, belastbare Cashflows, ein akzeptiertes P90-Szenario oder ein Sicherheitenpaket, das Geldgeber mittragen. 

Kurzgesagt: Die technische Seite kann überzeugend sein, und dennoch reicht das nicht aus – keine Bankability, keine Finanzierung. Doch ohne dieses Commitment von Banken, Fonds oder institutionellen Investoren dreht sich später kein einziges Rotorblatt.

Deshalb prägt die Finanzierung den gesamten Zeitplan und nahezu jede Entscheidung im Projektverlauf. Sie gibt vor, welche Hausaufgaben gemacht werden müssen. Je früher ein Windprojekt also bankfähig gemacht wird, desto reibungsloser läuft der Weg von der Planung bis zum Bau.

 

Ertragsprognosen: das Fundament jeder Finanzierung

Die Ertragsprognose ist das Stück Papier, auf dem die Finanzierung steht oder fällt. Kapitalgeber wollen nicht wissen, wie viel Strom ein Windpark bloß im Idealfall erzeugen könnte, sondern wie zuverlässig er auch in weniger günstigen Jahren den Kapitaldienst bedienen kann.

Damit ein Ertragsgutachten diese Aufgabe erfüllt, muss es sowohl korrekt gerechnet, als auch nachvollziehbar aufgebaut sein. Seriöse Gutachter modellieren daher nicht allein die Windstärken, sondern den gesamten Strömungsverlauf am Standort: Wie reagiert die Luftsäule auf die Topografie? Wie entstehen Turbulenzen, wie wirken sich Jahreszeiten aus, überlagern sich die Nachläufe der Anlagen und wie sehr schatten sie sich gegenseitig ab? Jede dieser Variablen verändert den Ertrag – und im Zweifel auch die Kreditwürdigkeit.

Ein angemessener Erfassungszeitraum der Messdaten ist ohnehin essenziell: mindestens zwölf Monate sollten es sein, denn in einem kompletten Jahreszyklus lassen sich auch saisonale Muster besser interpretieren: der kraftvolle Winterwind, die Abschwächung im Sommer, die Übergangsphasen dazwischen. Es ist quasi eine Art Realitätstest für die Modelle.

Die Zahlen, die daraus entstehen, werden später zu den P-Werten, die wir im Abschnitt zuvor behandelt haben. Doch genau diese Wahrscheinlichkeitswerte sind nur so gut wie ihre Grundlage. Selbstredend, dass ein auf wackligen Daten basierendender P90-Wert für Finanzierer wertlos ist. Was es stattdessen braucht: Ein Wert, der aus einer sauberen, nachvollziehbaren Messkampagne mit präzisen Standortkorrekturen und einem belastbaren Layout stammt. Dieser öffnet die Türen, und die Schlüsse daraus übersetzen Kapitalgeber in die Frage: Wie viel Fremdkapital kann die Windkraftanlage beziehungsweise der Windpark tragen?

 

Die BImSchG-Genehmigung: juristische Klarheit zur Finanzierung des Windprojekts

Windparks können viele Hürden nehmen – sei es die Standortanalyse, das Parklayout oder die technische Planung. Doch erst die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, kurz BImSchG-Genehmigung, entscheidet, ob all diese Vorarbeit Bestand hat. Ohne diesen Bescheid gibt es kein Baurecht, keine verbindlichen Auflagen und keinen Rahmen, in dem sich ein späterer Betrieb zuverlässig einordnen lässt.

Die BImSchG-Genehmigung fasst zusammen, was Behörden, Gutachter und Projektierer zuvor erarbeitet haben: Wie der Standort in die Umgebung eingebettet ist, wie sich Schall und Schatten verhalten, welche Arten vorkommen und welche Rücksichtnahmen nötig sind. Jede Auflage, die in diesem Verfahren entsteht, hat einen direkten Einfluss auf den späteren Betrieb, und damit auf Erträge und Finanzierung.

Für Kapitalgeber entsteht mit der Genehmigung ein erstes klares Bild. Sie sehen, ob ein Park in bestimmten Zeiten abschalten muss, ob zusätzliche Maßnahmen nötig werden oder ob Konflikte mit dem Naturschutz bleiben. Diese Informationen fließen später in das Finanzmodell ein und bestimmen, wie stabil der Cashflow ausfällt.

Ohne diese Klarheit bleibt ein Projekt im Schwebezustand. Ein Windpark, der noch kein BImSchG-Verfahren abgeschlossen hat, kann nicht verbindlich bewertet werden: Die betrieblichen Einschränkungen sind unklar, die Auflagen fehlen, und zu viele Risiken stehen noch ohne Antwort im Raum. Finanzierer können unter diesen Bedingungen nicht prüfen, wie sich das Projekt wirtschaftlich verhält – weder in guten noch in schwächeren Jahren.

 

Netzanschluss: die Lebensader eines Windparks

Jeder Windpark braucht einen klar definierten Punkt im Stromnetz, an dem er einspeisen darf. Ohne diese Anbindung lässt sich kein Finanzierungsmodell aufstellen. Deshalb gehört der Netzanschluss zu den entscheidenden Bausteinen, die frühzeitig und vollständig geklärt sein müssen. Kein Geldgeber würde sich je auf eine „voraussichtliche Anschlussmöglichkeit“ verlassen.

Am Anfang steht die Frage, welchen Netzverknüpfungspunkt der Netzbetreiber zulässt. Diese Entscheidung ist nicht beliebig wählbar. Der Netzbetreiber prüft, welche Station technisch geeignet ist und welche Kapazität dort zur Verfügung steht. Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen ist, entsteht ein verbindliches Bild: Wie weit der Anschluss führt, welche technischen Maßnahmen erforderlich sind und welche Kosten auf das Projekt zukommen.

In der Praxis zeigt sich, dass dieser Schritt oft komplexer ist als erwartet. Eine kurze Anschlussleitung zu einer bestehenden Station kann überschaubar bleiben, während längere Trassen über private Flächen, Straßen oder sensible Bereiche umfangreiche Abstimmungen und Genehmigungen nach sich ziehen können. Und das schlägt sich wiederum auf Kosten und Zeitplan nieder.

Hinzu kommt die Frage der Netzkapazität. In einigen Regionen Deutschlands ist das bestehende Netz bereits stark ausgelastet. Netzbetreiber müssen prüfen, ob die Einspeisung technisch möglich ist oder ob Verstärkungen notwendig werden. Auch solche Maßnahmen können den Zeitplan verlängern und die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.

Kapitalgeber benötigen deshalb klare und belastbare Angaben:

  • Welcher Netzverknüpfungspunkt wurde bestätigt?
  • Welche Anschlussleistung steht zur Verfügung?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Wann ist der Anschluss technisch realisierbar?

Erst wenn all diese Punkte sicher dokumentiert sind, lässt sich der erwartete Cashflow realistisch bewerten.

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Wenn die Dinge im Vorfeld klar geregelt und in die richtigen Bahnen gelenkt wurden, läuft der Prozess der Finanzierung umso geschmeidiger. 

Verträge verleihen dem Windprojekt Stabilität

Ein Windpark besteht neben Technik, Genehmigungen und Ertragsprognosen auch aus vielen Verträgen, die den Betrieb über viele Jahre tragen müssen. Für Kapitalgeber ist genau dieses Gefüge relevant, denn die Verträge zeigen, wie verlässlich das Projekt wirtschaftlich funktioniert, wer welche Verantwortung übernimmt und wie Risiken abgesichert sind.

Die Pacht- und Nutzungsverträge regeln beispielsweise, dass der Standort langfristig genutzt werden darf. Nicht für fünf, sieben oder vielleicht zehn Jahre, sondern für die gesamte Finanzierungs- und Betriebsdauer. Sie bestimmen, ob Zufahrten gesichert sind, ob Leitungsrechte bestehen und wann welche Zahlungen fällig werden. Wenn es hier Unklarheiten gibt, wackelt die gesamte Grundlage des Projekts, und damit logischerweise auch die Finanzierung.

Dann gibt es noch die technischen Verträge. Und darin zeigt sich, wie der Bau und der spätere Betrieb organisiert sind. Eine zentrale Rolle spielt der sogenannte EPC-Vertrag. Das Kürzel steht für „Engineering, Procurement, Construction“. Dahinter steckt eine einfache Idee: Ein Unternehmen übernimmt Planung, Beschaffung und Bau aus einer Hand. Es kümmert sich um Fundamentbau, interne Verkabelung, Zuwegungen, Trafostationen, Baukoordination und Terminsteuerung. Für Projektierer ist das ein Vorteil, weil Schnittstellen reduziert werden. Für Kapitalgeber ist es ein Signal, dass klar geregelt ist, wer wofür verantwortlich ist und welche Gewährleistungen bestehen.

Nicht jedes Projekt nutzt ein Full-EPC-Modell. Häufig werden einzelne Gewerke, zum Beispiel Logistik & Transport, Fundament, Kabeltrasse oder Wegbau separat vergeben. Dann braucht es mehrere Verträge, die sauber aufeinander abgestimmt sind. Finanzierer prüfen hier sehr genau, ob diese Verträge ineinandergreifen oder ob Lücken im Verantwortungsbereich entstehen.

Ergänzend dazu regeln die Betriebsführungsverträge, wie der Windpark im Alltag läuft. Wer überwacht die Anlage? Wer reagiert, wenn eine Störung auftritt? Welche Verfügbarkeiten werden zugesagt? Diese Punkte bestimmen, wie zuverlässig der Windpark in den kommenden Jahren seinen Strom erzeugt und ob die Einnahmen stabil bleiben.

Die Erlösstruktur ist der nächste Baustein. Sie legt fest, auf welcher Grundlage der Strom vergütet wird: über einen langfristigen PPA-Vertrag mit festem Preis, über die gesetzliche EEG-Vergütung oder über ein Modell, das stärker auf Marktpreise reagiert. Jede Variante hat eigene Chancen und Risiken. Für Kapitalgeber ist wichtig, wie planbar die Einnahmen sind und welche Schutzmechanismen bestehen, falls sich der Markt verändert.

Bleibt noch die Versicherung – und dieser Versicherungsschutz ist essenziell, denn er fängt Schäden im Bau, Störungen im Betrieb, Hackerangriffe und Ertragsverluste ab. Sie sorgen dafür, dass ein unerwartetes Ereignis den wirtschaftlichen Verlauf nicht aus der Bahn wirft. Ohne diese Absicherung steht ein Projekt im Risiko und verliert für Finanzierer an Stabilität.

Am Ende ergibt sich aus all diesen Verträgen ein Gesamtbild. Es zeigt, wie gut Risiken verteilt sind, ob Zuständigkeiten klar geregelt wurden und wie belastbar die wirtschaftlichen Grundlagen aussehen. Genau diese Klarheit schafft Vertrauen, und sie entscheidet darüber, ob ein Windprojekt finanzierbar wird oder nicht.

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Diese Modelle zur Finanzierung von Windprojekten sind üblich 

Weil Windenergieprojekte Investitionen sind, die auf mehrere Jahrzehnte angelegt sind, müssen sie ebenso lange verlässlich funktionieren. Genau deshalb steht am Anfang eines Windpark-Projekts neben der Frage nach dem Standort, der Turbinentechnik oder Genehmigungen & Co auch die nach der Kapitalstruktur. Denn sie entscheidet, wie die finanziellen Risiken verteilt werden, welche Renditen realistisch sind und wie wirtschaftlich tragfähig das Projekt ist.

In der Praxis hat sich im Onshore-Bereich ein klarer Standard herausgebildet: Windparks werden überwiegend als Projektfinanzierung realisiert, also über eine Struktur, bei der nicht die Bilanz eines Unternehmens zählt, sondern das Projekt selbst. Sprich: seine Erträge, seine Verträge und seine wirtschaftliche Robustheit. Damit dieses Modell funktioniert, greifen mehrere Kapitalformen ineinander.

 

Eigenkapital, Fremdkapital, Mezzanine-Kapital – so greifen die Bausteine zur Finanzierung ineinander

Ein Windparkprojekt beginnt üblicherweise nicht mit dem ersten geliehenen Euro, sondern mit Kapital, das jemand selbst in die Hand nimmt. Eigenkapital finanziert genau die Phase, in der ein Projekt noch auf dem Prüfstand steht: Standortanalysen, Windgutachten, Artenschutzuntersuchungen, Netzgespräche, Genehmigungsunterlagen und vieles mehr.

In dieser Zeit gibt es keine garantierten Erträge, keine Zusagen und auch keine Sicherheiten. Es gibt nur die Aussicht, dass sich all diese Vorleistungen später einmal auszahlen werden. Wer Eigenkapital gibt, trägt deshalb das Risiko, dass ein Projekt scheitert, bevor es überhaupt den Punkt „finanzierbar“ erreicht. Aber wo Risiken sind, sind auch Chancen. Und das ist auch der Grund dafür, dass Eigenkapital im späteren Betrieb die stärkeren Renditeaussichten erhält.

Erst wenn die Grundlagen stehen, kommt Fremdkapital ins Spiel – präzise kalkuliert und streng geprüft. Wie bereits erläutert wollen Banken oder andere Kreditgeber wissen, ob der Windpark in der Lage ist, seinen Kapitaldienst selbst zu tragen, und zwar sowohl in guten Jahren, als auch dann, wenn der Wind schwächelt oder die Anlage einmal stillsteht. 

Finanzierer gehen deshalb erst dann mit an Bord, wenn alle Bausteine des Projekts bankfähig sind – von den P90-Erträgen über eine vollständige BImSchG-Genehmigung und feste Preise und Garantien im Turbinenvertrag bis hin zum Netzanschluss. Ein Windpark muss für die Kapitalgeber zu einer Maschine werden, die sicher und stabil läuft und deren wirtschaftliche Leistung über Jahre vorausberechenbar ist. Erst dann fließen Kreditmittel.

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Zwischen beiden Bausteinen liegt das Mezzanine-Kapital, und genau hier wird die Struktur oft erst rund. Mezzanine ist weder volles Eigenkapital noch klassisches Fremdkapital, sondern eine Zwischenform, die wie ein Puffer funktioniert: Sie schließt Finanzierungslücken, ermöglicht größere Projekte oder senkt den Eigenkapitalbedarf, ohne sofort den strengen Anforderungen eines Bankkredits zu unterliegen.

Man kann sich das Mezzanine wie eine Brücke vorstellen, die ein Projekt trägt, bis es die nötige Stabilität hat, um hohe Fremdkapitalquoten zu erreichen. Es ist teurer als ein Bankdarlehen, aber günstiger als weiteres Eigenkapital – und deshalb oft der Hebel, mit dem ein Projekt finanzierungsreif wird. Besonders in der Phase, in der Banken noch prüfen, ob alle Voraussetzungen vorliegen, hilft Mezzanine, die Struktur zu stabilisieren, ohne Monate auf Kreditentscheidungen warten zu müssen.

Gemeinsam bilden diese drei Kapitalformen die wirtschaftliche Grundlage eines Windprojekts: Eigenkapital schafft den Weg ins Projekt, Fremdkapital gibt ihm Größe und Reichweite, und Mezzanine sorgt für die Flexibilität, die in der Realität oft darüber entscheidet, ob ein Projekt umgesetzt werden kann oder nicht.

Jedes Detail zählt – denn es fällt über den langen Zeitraum des Windenergie-Projekts auch stark ins Gewicht. 

Projektfinanzierung – warum Windparks häufig so finanziert werden

Wenn ein Windpark finanziert wird, fällt fast immer ein Begriff,: Projektfinanzierung. Kombiniert man ihn mit „Non-Recourse“, beginnt es, nach Fachchinesisch zu klingen. Doch das Prinzip dahinter ist relativ simpel: Der Kredit hängt nicht am Unternehmen, sondern allein am Projekt.

Ein Windpark wird dafür in eine eigene Gesellschaft ausgelagert – mit eigenem Konto, eigenen Verträgen und eigener Bilanz. Alles Wirtschaftliche passiert in dieser einen Einheit. Für Banken zählt hauptsächlich die Frage, ob das Windprojekt seine Kredite aus eigener Kraft bedienen kann.

Non-Recourse bedeutet in diesem Zusammenhang: Die Bank greift im Fall von Zahlungsschwierigkeiten typischerweise nur auf das Projektvermögen zu – nicht auf das Unternehmen dahinter. Sie stützt sich dabei ausschließlich auf Bausteine wie:

  • die Einnahmen aus dem Stromverkauf,
  • die Turbinen als Sicherheiten,
  • Versicherungsleistungen,
  • Verträge (z. B. Turbinenlieferung, EPC, PPA/EEG-Einnahmen),
  • das Projektkonto.

Genau deshalb prüfen Kreditgeber jedes Detail eines Windparks so gründlich. Sie verlassen sich darauf, dass diese kleine Projektwelt stabil genug ist, um den Kredit über viele Jahre zu bedienen.

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Darum ist Non-Recourse im Windbereich der Standard

Onshore-Windparks bringen etwas mit, das Projektfinanzierungen möglich macht: robuste, langfristig kalkulierbare Einnahmen. Solide Winddaten lassen sich konservativ in P90-Szenarien abbilden, die Technik ist erprobt, Betrieb und Wartung lassen sich vertraglich absichern, und die Erlösstruktur folgt klaren Regeln – entweder über das EEG oder über PPA-Verträge.

Wenn Genehmigung, Winddaten, Netzanschluss und Verträge zusammenpassen, entsteht ein Projekt, dessen Cashflows ausreichend stabil sind, um eine Finanzierung zu tragen. Genau diese Vorhersagbarkeit macht Non-Recourse-Strukturen zur Norm im Windbereich. 

Projektfinanzierung kann deshalb nicht allein als Finanzierungsmodell, sondern auch als Strukturprinzip verstanden werden: Sie schützt den Projektierer, sie begrenzt Risiken, und sie macht hohe Investitionen überhaupt erst möglich – ohne dass Banken das gesamte Unternehmen hinter dem Projekt prüfen müssen.

 

Wie diese Risikoteilung funktioniert

Non-Recourse bedeutet nicht, dass die Bank alle Risiken übernimmt. Sie werden demjenigen zugeordnet, der sie auch beeinflussen kann:

  • Der Eigenkapitalgeber trägt die frühen Entwicklungsrisiken: Standortauswahl, Messdaten, Genehmigung.
  • Die Bank trägt das Kreditrisiko – aber nur, wenn die Erträge konservativ genug modelliert sind.
  • Der Hersteller, der EPC-Dienstleister und die Versicherung übernehmen technische Risiken wie Verfügbarkeit, Bauverzögerungen oder Schäden.
  • Die Verträge legen exakt fest, wer an welcher Stelle Verantwortung trägt.

So entsteht ein in sich geschlossenes Gefüge, das für Kreditgeber nachvollziehbar, prüfbar und kalkulierbar ist  und genau deshalb hohe Fremdkapitalanteile ermöglicht.

 

Wie viel Fremdkapital kann ein Windprojekt tragen?

Im Onshore-Bereich hat sich über die Jahre ein verlässlicher Rahmen etabliert: 70–80 % Fremdkapital und 20–30 % Eigenkapital. Welche Quote konkret möglich ist, hängt von der Stabilität des Projekts ab:

  • Konstante Windverhältnisse, klare Auflagen, ein sicherer Netzanschluss und solide Betriebskonzepte erlauben höhere Fremdkapitalanteile.
  • Projekte mit stärkeren Unsicherheiten benötigen mehr Eigenkapital, um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben.

Die Faustregel dahinter lautet: Je besser die Erträge belegt sind, desto höher darf der Fremdkapitalanteil sein.

 

Kreditfinanzierung – wie Banken Windparks beurteilen

Windparks können heute über Banken, institutionelle Investoren oder spezialisierte Debt-Fonds finanziert werden. Die Logik dahinter ist aber fast immer dieselbe: Die Kreditgeber prüfen, wie stabil das Projekt wirtschaftlich arbeitet. Wie diese Prüfung aussehen kann, lässt sich gut am Beispiel der Banken erklären.

Wenn ein Windpark die Entwicklungsphase hinter sich hat und erstmals auf den Tisch einer Bank kommt, ändert sich die Perspektive. Bis hierhin ging es darum, ein Projekt möglich zu machen. Jetzt geht es darum, ob es sich finanzieren lässt. Banken stellen dabei nicht erneut jede technische oder rechtliche Einzelheit auf den Prüfstand – das haben Gutachter, Behörden und Projektierer bereits belegt.

Die Bank prüft etwas anderes: die finanzielle Tragfähigkeit unter realen Bedingungen. Der Blick richtet sich auf die Frage, ob der Windpark seine Kreditlast auch dann tragen kann, wenn die kommenden Jahre nicht perfekt laufen. Banken rechnen für diesen „Ernstfallmodus“ eigene Szenarien durch. Sie modellieren, wie stark die Ausschüttungen schwanken dürfen, wie robust das Projekt mit Preis- oder Produktionsschwankungen umgeht und ob genug Reserven vorhanden sind, um unerwartete Jahre auszugleichen.

Die technische und juristische Struktur ist damit nicht erneut Gegenstand der Prüfung, sondern nur die Grundlage für eine einzige Kernfrage: Wie stabil bleibt der Cashflow, wenn die Realität sich nicht an den Idealplan hält? Aus dieser Sichtweise entstehen die sogenannten Covenants. Sie sind das innere Sicherheitsnetz der Finanzierung – Regeln, die das Projekt während der gesamten Kreditlaufzeit erfüllen muss.

Dazu gehören Mindestwerte für den Cashflow, Vorgaben für Rücklagen, Grenzen für Ausschüttungen und Mechanismen, die eingreifen, wenn die Erträge in einem Jahr unter die vereinbarte Linie rutschen. Also ein klarer finanzieller Rahmen, in dem sich der Windpark bewegen muss.

Auch die Tilgung folgt dieser Logik. Sie ist an die tatsächlichen Einnahmen gekoppelt: Läuft das Projekt besser als erwartet, können Kredite schneller sinken. Bleiben Jahre dagegen hinter den Erwartungen zurück, greift die konservative Basistilgung. Dadurch entsteht ein Modell, das planbar ist, ohne zu starr zu werden. 

Und weil Banken Windparks als langfristiges Einkommen beurteilen, gilt ein Projekt dann als kreditwürdig, wenn dieses Einkommen selbst in anspruchsvollen Jahren stabil genug bleibt. 

 

Finanzierung ohne Eigenkapital – wo die realen Grenzen liegen

Eine Windkraftanlage oder Windpark ohne Eigenkapital finanzieren? Diese Vorstellung bleibt in der Praxis die Ausnahme. Klassische Banken verlangen in der Regel einen Eigenkapitalanteil – nicht aus Formalismus, sondern als Zeichen dafür, dass Projektentwickler Verantwortung übernehmen und sich selbst am Risiko beteiligen. 

Trotzdem gibt es Modelle, die den Eigenkapitalbedarf spürbar senken können. Dazu gehören Kombinationen aus geringem Eigenkapital und Mezzanine-Kapital oder Partnerschaften mit Investoren, die selbst Eigenkapital bereitstellen. Private-Debt-Fonds und spezialisierte Infrastrukturinvestoren treten hier zunehmend als flexible Kapitalgeber auf, insbesondere in Situationen, in denen klassische Bankkredite durch strengere Bedingungen begrenzt sind.

Eine weitere Möglichkeit ist der Verkauf eines Windprojekts im „ready-to-build“-Status an institutionelle Anleger. Solche Windprojekte werden zunehmend von Versicherungen, Fonds und anderen institutionellen Investoren erworben, die diese anschließend über ihre eigenen Finanzierungsstrukturen weiterentwickeln und betreiben – etwa durch interne Kapitalmärkte, gruppeninterne Kreditlinien oder bilanzielle Finanzierung. In solchen Konstellationen ist ein Eigenkapitalanteil des ursprünglichen Projektierers nicht zwingend erforderlich, weil der institutionelle Käufer das Projekt vollständig übernimmt und in sein eigenes Portfolio integriert.

Für klassische Projektentwickler gilt jedoch weiterhin: Eigenkapital bleibt ein notwendiger Bestandteil der Struktur. Seine Höhe lässt sich über Mezzanine, Partnerinvestoren oder Veräußerungen beeinflussen. Seine grundsätzliche Rolle nicht.

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Der Ablauf einer Windpark-Finanzierung

Die Finanzierung eines Windprojekts folgt in der Praxis einem strukturierten Ablauf. Viele Prozesse laufen parallel, doch einige Meilensteine bauen aufeinander auf. Wichtig: Wird das Projekt bereits in einer frühen Phase nach finanzierungsrelevanten Kriterien gestaltet, gelingt der Weg zur finalen Zusage deutlich einfacher.

 

Vorprüfung (Early Stage)

Am Anfang steht die Frage: Ist dieses Projekt grundsätzlich darstellbar? 

Antworten liefern:

  • Flächensicherung: Erste Pachtvereinbarungen mit Eigentümern schaffen die rechtliche Grundlage, damit Planung starten kann.
  • Standortcheck: Erste Prüfung von Windhöffigkeit, Abstandsvorgaben, Artenschutzrisiken, Netzanschlussbemühungen und Bauplanungsrahmen.
  • Grobe Wirtschaftlichkeit: Erste Schätzungen zu Erträgen, Kosten und Risiken – noch ohne vollständige Daten, aber ausreichend, um den weiteren Aufwand zu rechtfertigen.
    In dieser Phase bringen Projektträger in der Regel Eigenkapital ein – eine Investition in die Machbarkeit.

 

Projektentwicklung & Datensammlung

Sobald das Projekt grünes Licht erhält, beginnt die tiefergehende Entwicklung. Das ist erforderlich, damit spätere Finanzierungspartner mit Klarheit prüfen können. Dazu gehören:

  • Gutachten: Beispielsweise zu Artenschutz, Schall und Schatten, Bodenverhältnissen und Wasserrecht. Diese Gutachten bilden später Teil der Bankprüfung.
  • Windmessungen: Mittels LiDAR oder Messmast über typischerweise mindestens zwölf Monate. Anschließend folgt ein bankfähiges Ertragsgutachten mit P50/P75/P90-Werten.
  • Layouts & technische Planung: Auswahl der Turbinen, Standortlage, Erschließung, Kabelführung, Infrastruktur-Anbindung.
  • Netzgespräche: Abstimmung mit dem Netzbetreiber zu Einspeisepunkt, Kapazität, Trassenführung und Kosten.

In dieser Phase entsteht jene Dokumentation, die später die Bankability des Projekts maßgeblich beeinflusst.

 

Erste Gespräche mit Finanzierungpartnern

Viele Projektträger unterschätzen eine Sache: dass Finanzierungspartner frühzeitig am Tisch sitzen sollten. Und zwar idealerweise dann, wenn deutlich wird, dass das Projekt realisiert werden kann. Warum?

  • Finanzierer erkennen strukturelle Risiken, bevor sie teuer werden.
  • Sie geben früh Hinweise für Verträge, die später relevant sind.
  • Sie formulieren Anforderungen an Daten und Dokumente, damit spätere Lücken vermieden werden.
  • Sie helfen, technische oder juristische Entscheidungen zu vermeiden, die eine spätere Finanzierung erschweren.

Wer diesen Schritt verpasst, riskiert unnötige Verzögerungen und schlechtere Konditionen.

 

Strukturierung des Vorhabens

Sind Daten, Gutachten und Genehmigungsunterlagen vorhanden, beginnt ein Meilenstein in der Finanzierung: die finanzielle Strukturierung. Dazu gehören

  • Finanzmodelle: Vollständige Abbildung der Cashflows über die gesamte Laufzeit – inklusive Szenarien (P50 / P75 / P90), Zins- und Tilgungsplänen sowie Sensitivitätsrechnungen. Letztere zeigen, wie stabil das Projekt bleibt, wenn einzelne Parameter ungünstiger ausfallen: Ertrag (weniger Produktion als im P50 erwartet), CAPEX (steigende Investitionskosten), Pacht (höhere Standortkosten) oder Zins (teureres Fremdkapital).
  • Vertragsstrukturen: Koordinierung aller relevanten Verträge (Pacht, Turbine, EPC, O&M, Netz, PPA).
  • Sicherheitenstrukturen: Zahlungs- und Lieferpläne, Garantien, Verfügbarkeiten.
  • Risiken & Absicherung: Identifikation der Haupttreiber (z. B. Genehmigung, Bau, Netz, Technik, Marktpreis), Erstellung einer Risikomatrix sowie Entscheidung über Versicherungen oder Garantien.

Das Ziel dieser Phase: Ein Projekt, das in der Bankenlogik nachvollziehbar, vollständig und belastbar ist.

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Kapitalzugang & Auswahl der Finanzierungsquellen

Nach der Strukturierung wird das Projekt bei passenden Kapitalgebern platziert:

  • Banken: Klassische Kreditgeber mit strikter Risikoprüfung und klaren Covenants.
  • Debt Funds: Flexiblere Kapitalgeber, teils höhere Fremdkapitalquoten.
  • Institutionelle Anleger: Versicherungen, Pensionskassen oder Energieversorger – häufig als langfristige Kapitalpartner.

Strukturierer oder Finanzierungsberater koordinieren diese Phase: Sie stellen das Projekt auf, bereiten die Gespräche vor und präsentieren die Unterlagen – hier entscheidet sich die letztliche Kapitalstruktur.

 

Due Diligence & Bankprozess

Wenn ein Finanzierungsweg identifiziert ist, startet die formale Prüfung – das Objekt der Begierde für Banken:

  • Technische Due Diligence: Prüfung Turbinenauswahl, Ertragsgutachten, Layout & Infrastruktur, Bau- und Netzanschlussplanung.
  • Finanzielle Due Diligence: Modellprüfung, Kosten- und Ertragannahmen, Sensitivitätsanalysen, Tragfähigkeit.
  • Rechtliche Due Diligence: Prüfung von Pacht-, Turbinen-/EPC-Verträgen, Genehmigungslage, Netzanschlussvertrag, Versicherungen.
    Erst wenn alle drei Bereiche positiv bewertet werden, erfolgt die Entscheidung der Bank über Term Sheet und Finanzierung.

 

Term Sheet Closing Mittelabruf

  • Term Sheet: Die Bank legt die Eckpunkte der Finanzierung fest – Kreditvolumen, Zinssatz, Tilgungsplan, Sicherheiten, Covenants.
  • Closing: Die Vertragsunterlagen werden finalisiert, abgestimmt und unterzeichnet; der Dataroom schließt, letzte Nachweise werden erbracht.
  • Mittelabruf: Nach dem Closing werden die Bauphase-Mittel abgerufen, Zahlungen an EPC, Turbinenhersteller und Lieferanten erfolgen – damit startet die Bau- und Realisierungsphase.

An dieser Stelle ist der Prozess der Projektfinanzierung abgeschlossen und das Vorhaben wechselt in den operativen Modus.

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Ordnung muss sein. Vollständigkeit ebenso. Andernfalls ist die Finanzierung des Windprojekts zum Scheitern verurteilt. 

Diese Fehler gefährden eine Windprojekt-Finanzierung

Windenergieprojekte scheitern selten an der Technik – oft aber daran, dass entscheidende Details in der Vorbereitung nicht sauber aufbereitet wurden. Finanzierer achten darauf, ob ein Projekt vollständig, plausibel und konsistent dokumentiert ist. Bleibt an zentraler Stelle Unsicherheit, verschlechtert das die Kreditkonditionen oder verhindert eine Finanzierung vollständig. Zu den typischen Stolpersteinen zählen:

 

Unvollständige oder nicht bankfähige Winddaten

Ohne solide Windmessungen lässt sich ein Windpark nicht bewerten. Zu kurze Messzeiträume, unklare Standortkorrekturen oder unrealistische P50- und P90-Annahmen führen dazu, dass die Ertragsprognose nicht als verlässlich gilt. Geldgeber können die künftigen Cashflows dann nicht sicher modellieren – und ohne belastbare Erträge fehlt die Grundlage für jede Finanzierung.

 

Fehlende oder riskante Pachtverträge

Pachtverträge müssen langfristig, eindeutig und rechtlich abgesichert sein. Unklare Laufzeiten, fehlende Dienstbarkeiten oder nicht vollständig eingebundene Eigentümer untergraben die Stabilität des gesamten Projekts. Wenn hier Unsicherheit bleibt, fehlt dem Windpark die rechtliche Basis, die Finanzierer für eine langfristige Kreditentscheidung erwarten.

 

Unklare Netzanschlusslage

Ohne bestätigten Netzverknüpfungspunkt ist ein Windpark wirtschaftlich nicht verlässlich kalkulierbar. Unpräzise Angaben zur Kapazität, ungeklärte Trassenverläufe oder fehlende Kostenschätzungen führen zu Unsicherheiten im Finanzmodell. Kapitalgeber benötigen ein klares, belegbares Bild, wie und zu welchen Bedingungen der Park ans Netz geht – erst dann lässt sich der zukünftige Ertrag realistisch bewerten.

 

Unrealistische CAPEX/OPEX

Viele Finanzierungen scheitern daran, dass Kosten zu optimistisch angesetzt sind. CAPEX – die Investitionskosten – und OPEX – die laufenden Betriebs- und Wartungskosten – müssen realistisch, vollständig und mit ausreichenden Reserven geplant sein. Fehlende Rückbaukosten, zu niedrige Wartungsansätze oder zu geringe Puffer für Preissteigerungen verfälschen das Finanzmodell. Für Banken zählt, ob ein Projekt seine Kosten langfristig tragen kann – und das gelingt nur mit belastbaren CAPEX/OPEX.

 

Mangelnde Dokumentation

Finanzierer bewerten das Gesamtbild eines Projekts. Genehmigungen, Gutachten, technische Planungen, Verträge, Versicherungen, Zeitpläne und Finanzmodelle müssen lückenlos vorliegen und zueinander passen. Fehlen Unterlagen oder widersprechen sich einzelne Inhalte, führt das zu Verzögerungen – oder dazu, dass ein Projekt nicht finanzierbar ist. Vollständigkeit ist hier ein entscheidender Faktor.

 

Verspätete Einbindung von Finanzpartnern

Wer Finanzierer erst ins Boot holt, wenn alle technischen und vertraglichen Entscheidungen bereits getroffen wurden, nimmt sich früh wichtige Korrekturmöglichkeiten. Häufig fehlen dann bankkonforme Vertragsklauseln, abgestimmte Cashflow-Strukturen oder eine klare Sicherheitenlogik. Das führt fast immer zu Nachverhandlungen und Mehraufwand – und erschwert die spätere Finanzierung.

 

Fehleinschätzungen bei PPA-Preisen

Bei Windparks, die über einen Power Purchase Agreement (PPA) vergütet werden, sind Erlösrisiken besonders relevant. Zu optimistische Preisprognosen, fehlende Mindestpreisregelungen (Floors) oder unzureichend geprüfte Abnehmer schwächen die Einnahmesicherheit direkt. Weil der PPA die zentrale Erlösquelle darstellt, wirken sich Fehleinschätzungen unmittelbar auf Kreditwürdigkeit und Konditionen aus.

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Dienstleister und Partner, die bei der Finanzierung unterstützen

Windenergieprojekte finanzieren sich selten im Alleingang. In der Praxis arbeiten unterschiedliche Partner daran, ein Vorhaben bankfähig zu machen, Risiken zu sortieren und Kapitalzugang herzustellen. Wer ein Projekt finanzieren will, muss also verstehen, welche Rollen diese Dienstleister übernehmen – und an welcher Stelle sie den entscheidenden Unterschied machen.

 

Finanzierungsberater – die ökonomische Orientierung im Projekt

Finanzierungsberater helfen dabei, die wirtschaftliche Struktur eines Windprojekts klar aufzubauen. Sie prüfen, ob die geplante Kapitalstruktur sinnvoll ist, entwickeln Finanzmodelle, bewerten Risiken und sorgen dafür, dass alle Unterlagen für Banken und Investoren konsistent und nachvollziehbar sind.

Besonders wertvoll sind sie dann, wenn intern nicht alle finanztechnischen Kompetenzen vorhanden sind oder verschiedene Kapitalquellen miteinander verzahnt werden sollen. Spätestens wenn Genehmigung, Winddaten und Netzanschluss absehbar sind, ist ein Finanzierungsberater ein wichtiger Sparringspartner, um die nächste Phase vorzubereiten.

 

Strukturierer und Transaktionspartner – die Schnittstelle zwischen Projekt und Kapitalmarkt

Strukturierungsdienstleister begleiten Windprojekte exakt an dem Punkt, an dem die meisten Fehler passieren: zwischen Entwicklung und Finanzierung. Sie erstellen ein bankfähiges Finanzmodell, prüfen und ordnen alle projektrelevanten Verträge, konsolidieren Genehmigungen und Gutachten und bereiten das Vorhaben so auf, dass Banken es überhaupt prüfen können.

Ihre Aufgabe besteht also darin, das Projekt finanziell und vertraglich so zu strukturieren, dass Kapitalgeber einsteigen können. Sie öffnen den Zugang zu Banken, Debt Funds und institutionellen Investoren, steuern die Verhandlungen, beantworten Rückfragen und führen durch den gesamten Due-Diligence-Prozess bis zum Closing.

Solche Partner sind für alle entscheidend, die ein Projekt nicht selbst finanzieren, aber eine klare Route zum Kapital benötigen. Sie übersetzen ein technisches Projekt in die Sprache der Finanzierer und sind damit oft der Schlüssel, der den Weg zur Projektfinanzierung überhaupt erst freimacht.

 

Banken und Debt Funds – die Kernkapitalgeber in der Projektfinanzierung

Banken bleiben zentrale Kreditgeber im Windbereich. Sie prüfen streng: Winddaten, P90-Erträge, Genehmigungslage, Netzanschluss, Verträge, Versicherungen, technische Risiken und wirtschaftliche Reserven. Ihr Blick richtet sich darauf, ob der Windpark seine Kreditlast auch dann tragen kann, wenn einzelne Jahre schlechter ausfallen. Entsprechend fordern sie klare Covenants und ein Sicherheitenpaket, das das Projekt über die gesamte Laufzeit trägt.

Debt Funds arbeiten ähnlich, sind aber oft flexibler: Sie entscheiden schneller, bieten in einigen Fällen höhere Beleihungsquoten und steigen auch in Situationen ein, die klassische Banken vorsichtiger betrachten. Der Preis dafür sind häufig höhere Finanzierungskosten oder strengere Rückzahlungsmechanismen. Beide Kapitalgebertypen haben ihren festen Platz – mit jeweils eigenen Stärken und eigenen Anforderungen.

 

PPA-Spezialisten – die Architekten bankfähiger Erlösstrukturen

Sobald ein Projekt außerhalb der EEG-Vergütung realisiert wird, rückt der PPA-Vertrag, also das Power-Purchase-Agreement in den Mittelpunkt. Dieser direkte Stromabnahmevertrag definiert den Erlösstrom – und damit die Grundlage der gesamten Finanzierung. PPA-Spezialisten entwickeln Preis- und Laufzeitmodelle, prüfen die Bonität des Offtakers, analysieren Marktrisiken und strukturieren den Vertrag so, dass er den Anforderungen von Banken standhält.

Ihre Rolle gewinnt stetig an Bedeutung: Ohne ein tragfähiges PPA-Konzept gibt es außerhalb des EEG kaum Aussicht auf eine Finanzierung. Für Kapitalgeber ist es daher entscheidend, dass der PPA langfristig tragfähig ist – und genau dort setzen PPA-Experten an.

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Wenn Struktur auf Erfahrung trifft, kommt in der Regel eine gute Windenergie-Projektfinanzierung heraus.

Das macht den idealen Finanzierungspartner aus

Ein Windprojekt kann technisch solide sein – und trotzdem stecken bleiben, wenn im Finanzierungsteil die falschen Leute am Tisch sitzen. Manche Partner arbeiten tief im Projekt, sortieren Verträge, strukturieren die Zahlen und halten den Prozess zusammen. Andere bleiben eher an der Oberfläche. Wer aber ein Projekt sicher durch die Finanzierung bringen will, braucht jemanden, der nicht nur berät, sondern mitdenkt, vorarbeitet und den Weg kennt. Darauf kommt es an:

  • Neutral arbeiten – und zwar wirklich neutral:
    Ein guter Finanzierungspartner verfolgt keine eigenen Interessen im Hintergrund. Er ist weder an einen Turbinenhersteller gebunden noch an einen bestimmten Kreditgeber oder PPA-Abnehmer. Diese Neutralität und Unabhängigkeit ist wichtig, weil sie Raum für klare Entscheidungen lässt: Was stärkt das Projekt? Was macht es für Banken nachvollziehbar? Wer unabhängig arbeitet, bewertet sauber – ohne Schieflage und ohne versteckte Agenda.

  • Erfahrung, die man im Prozess merkt:
    Man erkennt professionelle Partner daran, dass sie Windprojekte schon mehrfach in die Finanzierung gebracht haben. Nicht bloß in der Theorie. Von ersten Modellen über Bankenrunden bis zum Closing. Wer diesen Weg kennt, weiß, wie Banken reagieren, welche Unterlagen sofort akzeptiert werden und wo Stolperfallen liegen. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass man nicht an einem Punkt hängenbleibt, der vermeidbar gewesen wäre.

  • Modelle, die tragen: Ein Finanzmodell ist die Grundlage jeder Finanzierung. Gute Partner bauen Modelle, die klar sind, nachvollziehbar dokumentiert und robust genug, um einer Bankprüfung standzuhalten. CAPEX und OPEX sauber abgebildet, realistische P50–P90-Werte, verständliche Sensitivitäten – nichts Verstecktes, nichts Geschöntes. Wenn das Modell sauber ist, fließt der Prozess leichter.

  • Wissen, wie sich Risiken in der Realität auswirken: Windenergie hat eigene Besonderheiten. Artenschutzauflagen, Nebenbestimmungen der Genehmigung, Netzeinschränkungen, Verfügbarkeiten, PPA-Mechanismen. Wer diese Themen nur oberflächlich kennt, baut Strukturen, die später wackeln. Gute Finanzierungspartner wissen, wie solche Punkte in den Betrieb eingreifen und wie man sie schon im Vorfeld sauber in die Finanzierungslogik integriert.

  • Verträge so ordnen, dass alles zusammenpasst: Projektfinanzierung ist oft Koordination: Pachtverträge, Turbinenverträge, EPC, O&M, Netz, Versicherungen, EEG/PPA – plus die Anforderungen der Geldgeber. Ein starker Partner bringt diese Dokumente in eine Struktur, die klar nachvollziehbar ist. Ohne Brüche, ohne widersprüchliche Passagen, ohne fehlende Bausteine. Diese Ordnung spürt man im gesamten Prozess.

  • Transparenz, durch und durch: Gute Partner verschwinden nicht hinter Fachbegriffen. Sie sagen klar, welche Unterlagen fehlen, wie es weitergeht und wie realistisch die Finanzierung ist. Diese Offenheit nimmt Druck aus dem Prozess und gibt Orientierung: Wo stehen wir? Was brauchen wir noch? Was kann erledigt werden, bevor Banken überhaupt fragen?

  • Erfolge, die belegbar sind: Nichts ist so aussagekräftig wie Projekte, die bereits finanziert wurden. Anonymisierte Beispiele, Megawattgrößen, abgeschlossene Closings – solche Nachweise zeigen, dass ein Partner nicht nur begleitet, sondern Projekte wirklich zum Ziel bringt. Erfahrung spürt man daran, dass der Weg klar ist und Entscheidungen eine Richtung haben.

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Fazit: Finanzierung gelingt, wenn Struktur und Erfahrung zusammenkommen

Windprojekte scheitern meistens an Stellen, die im Alltag nicht wie große Risiken aussehen: Winddaten, die ungenau oder ein paar Monate zu kurz gemessen wurden. Eine Nebenbestimmung in der Genehmigung, die später den Ertrag drückt. Ein Pachtvertrag, der sauber wirkt, aber nicht lange genug trägt. Oder ein Finanzmodell, das im eigenen Team verständlich ist – aber nicht bankfähig.

Wer Windparks entwickelt, kennt diese Themen, aber nicht zwangsläufig die Erwartungen der Kapitalgeber. Genau dort entsteht die Lücke. Denn für Banken, Fonds und institutionelle Investoren zählt, wie gut ein Projekt im Detail vorbereitet ist: ob die Annahmen realistisch sind, die Verträge zueinander passen und der Cashflow auch dann stabil bleibt, wenn ein Jahr schwächer läuft. Dieser Blick ist sehr spezifisch und er unterscheidet sich deutlich von dem, was in der technischen oder genehmigungsrechtlichen Projektarbeit im Vordergrund steht.

Für viele Projektierer ist es deshalb sinnvoll, jemanden an Bord zu holen, der diese Sprache spricht. Jemanden, der Finanzierungsstrukturen baut, Unterlagen sortiert, Risiken greifbar macht und den Kontakt zu Kapitalgebern übernimmt. Nicht, weil man selbst keine Ahnung hätte, sondern weil dieser Teil des Projekts ein eigenes Handwerk ist. Und weil kleine Fehler an dieser Stelle große Wirkung haben.

Wer sich diese Unterstützung früh dazuholt, spart sich viele Schleifen. Die Bankability entsteht parallel zur Entwicklung, Unterlagen sind von Anfang an in der richtigen Logik aufgebaut, und der Kapitalzugang läuft nicht ins Leere, weil ein Detail übersehen wurde. So wird ein Projekt nicht nur technisch reif, sondern auch wirtschaftlich tragfähig.

Am Ende ist Finanzierung nichts, wovor man Angst haben muss – aber etwas, das man ernst nehmen sollte. Mit den richtigen Partnern lässt sich dieser Teil klar strukturieren. Und gerade für Akteure, die nicht jeden Monat ein neues Windprojekt finanzieren, ist das oft der Punkt, der aus einem guten Konzept ein Projekt macht, das tatsächlich gebaut wird.

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