Steigende Zahl an Windkraftanlagen in Deutschland

veröffentlicht am 04.02.2012
Nachdem in nahezu allen Bundesländern ein starker Zuwachs an Windenergieanlagen verzeichnet werden konnte, sieht man mancherorts Nachholbedarf. Besonders in Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 895 Windräder neu installiert, die über eine Gesamtleistung von 2007 Megawatt verfügen. Dies entspricht einem Zuwachs von 456 Megawatt und damit um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Bundesverband Windenergie erwartet im Jahre 2012 neu installierte Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2,2 Gigawatt, was einem Zuwachs von etwa fünf Prozent entspräche. Zum Ende des Jahres 2011 befanden sich 22.297 Windkraftanlagen am deutschen Stromnetz. Die Gesamtleistung von 29.075 Megawatt entspricht etwa der von rund 30 Kernkraftwerken. Dies würde bei durchschnittlichen Windbedingungen etwa ein Zehntel des Strombedarfs der Bundesrepublik decken können. Besonders im Süden Deutschlands ist nach dem Abschalten mehrerer Kernkraftwerke ein adäquater Leistungsersatz notwendig. In Bayern befindet sich die Windkraft jedoch auf dem Vormarsch. So wurden im vergangenen Jahr allein dort 75 neue Anlagen installiert, die über eine Gesamtleistung von 164 Megawatt verfügen. In Rheinland-Pfalz waren es 112 neue Anlagen mit 258 Megawatt Gesamtleistung. In Baden-Württemberg jedoch waren es lediglich neun Windenergieanlagen, die zusammen 17 Megawatt leisten. Führend in Sachen Windkraft bleibt nach wie vor Niedersachsen. Dort installierte man im Vorjahr 182 neue Turbinen. Die Gesamtzahl der dort installierten Anlagen stieg damit auf 5501, die gemeinsam 7039 Megawatt produzieren. Auch in Offshore-Windparks wurden 2011 insgesamt 108 neue Anlagen installiert, sodass nun 200 Megawatt Offshore-Leistung verfügbar ist. Der schleppende Netzausbau ist allerdings nach wie vor ein Thema, das dringend einer Lösung bedarf. VDMA-Sprecher Thomas Herdan betonte, dass beim Ausbau von Ökostromkapazitäten künftig stärker auf Standortwahl und Netzanbindung gesetzt werden müsse. „Die Zeit des Höher, Schneller, Weiter beim Kapazitätsausbau ist vorbei.“