Eon beklagt mangelnde Netzanbindung

veröffentlicht am 16.02.2012
Der Energiekonzern E.on beginnt seine Investitionen in Offshore-Windenergieanlagen anzuzweifeln. So beklagt Mike Winke, Chef der Climate & Renewables-Sparte, dass die Plänen zum Netzausbau nicht eingehalten würden. Mitunter würde sich die Netzanbindung von Windparks auf der Nordsee um bis zu 15 Monate verzögern. Nun erwägt E.on in Deutschland einen vorläufigen Stopp der Investitionen in neue Offshore-Windenergieanlagen, da die Netzanschlüsse dafür zu lange auf sich warten lassen. Mike Winkel spricht von einer mittlerweile katastrophalen Situation. So werde „Amrumbank West“, der erste große Offshore-Windpark von E.on erst im März 2015 durch den Netzbetreiber Tennet an Netz angeschlossen. E.on befürchtet jedoch ein Erliegen der Offshore-Sparte in Deutschland nach Abschluss der laufenden Projekte.  "Für die Zeit nach 2015 bin ich pessimistisch, wenn sich nichts ändert", erklärte Mike Winkel. "Niemand wird weiter investieren, wenn der Netzanschluss so unsicher ist wie derzeit, weder E.on noch andere. "Die Gründe für diese Verzögerungen seien nach Ansicht des Spartenchefs vielfältig. "Die Netzbetreiber haben sich selbst über- und die Probleme unterschätzt. Zweitens haben sie nicht ausreichend finanzielle Anreize. Sie bekommen die Investitionen nicht besonders hoch vergütet von der Regulierungsbehörde", so Winkel. Drittens kämen die Zulieferer mit der Herstellung der benötigten Kabel nicht schnell genug hinterher. Zuletzt werde von behördlicher Seite ein großes Durcheinander verursacht,  was auf schlechte Abstimmung untereinander sowie eine auf die unübersichtliche Lage der Zuständigkeiten zurückzuführen ist.