Millioneninvestitionen in Offshore-Häfen

veröffentlicht am 04.06.2012
Da die Bundesregierung bis 2020 10 Gigawatt Leistung aus Offshore-Windkraft gewinnen will, die sich bis 2030 auf 25 Gigawatt erhöhen soll, sind 5.000 Anlagen der 5 MW Klasse nötig, so Werner Repenning, der die strategische Unternehmensentwicklung von Niedersachsen Ports leitet. „Da besteht ein gewaltiger Bedarf an Hafenanlagen." Neben dem Umschlag von Kohle in den niedersächsischen Häfen, ist die Offshore-Windkraft im Blickfeld der Hafenbetreiber. Da aufgrund der Transportschwierigkeiten und damit verbundenen, hohen Kosten die Produktion der großen Bauteile für Offshore-Windenergieanlagen, wie Gondeln oder Rotoren nahe am Umschlaghafen erfolgen muss, liege dort „die große Chance für den norddeutschen Raum." erklärt Repenning. Mittlerweile verfügen Bremerhaven, Emden und Cuxhaven über eine exponierte Position in diesem Kontext, wobei sich das technische Potenzial stetig erweitert. Für die Nutzung der Fläche zur Offshore-Anlagenmontage gehörte das im Emdener Hafen ansässige Unternehmen Bard zu den ersten Interessenten. Bard baut dort mit 700 Mitarbeitern die Rotoren und Gondeln, die für das eigens entwickelte, erste private Offshore-Projekt genutzt werden, welches 100 km nördlich von Borkum entsteht. Seit 2010 produziert die Emdener Schaaf Industrie AG Turm- und Gründungsstrukturenelemente für Offshore-Anlagen. Im nahe gelegenen Aurich ist der Onshore-Anlagenhersteller Enercon ansässig, der den Emdener Hafen zur Verschiffung nutzt. In Sachen Hafenanlagen ist Cuxhaven jedoch am weitesten. „Das ist der Offshore-Hafen", erklärt Repenning. Dort wird auch Strabag Offshore Wind ansiedeln, welche 80 Windenergieanlagen pro Jahr in Cuxhaven komplett montieren und per Errichterschiff zum Windpark Albatros I transportieren möchte. An diesem Windpark ist die Strabag mit 850 Anlagen beteiligt. Einer Prognos-Studie zufolge werden sich um die Nordsee maximal vier Basishäfen etablieren werden - darunter möglicherweise zwei deutsche Häfen.