Was ist das Projekt "RÜCKENWIND"?

veröffentlicht am 25.05.2021

Das Projekt "RÜCKENWIND" widmet sich im Angesicht der aktuellen Herausforderungen im Bereich der Windenergie in Deutschland der B2B-Plattform-Entwicklung, -Validierung und -Pilotierung. Damit soll hiesigen WEA-Betreibern sowohl neue Perspektiven für den Weiterbetrieb Ihrer Anlagen eröffnet, als auch der Zugang zu internationalen Märkten geschaffen werden.

Rückenwind-Projekt
(c) Tarnero / Adobe Stock

Was sind die Herausforderungen?

65 % Ökostrom-Anteil – das ist das Ziel, das Deutschland bis 2030 erreichen möchte. Umso größer ist diese Herausforderung, als dass der Zubau von Anlagenkapazitäten im Bereich Windenergie aus vielerlei Gründen nur mit angezogener Handbremse vonstatten geht.

Neue Flächen für Onshore-Windenergieanlagen sind knapp, und die wenigen zu erschließen, die es gibt, erweist sich als enorm aufwändig. Ein weiterer Faktor, der erschwerend ins Spiel kommt, ist der Wegfall der EEG-Förderung von Windenergieanlagen nach 20 Jahren. Was mit ausgeförderten Anlagen geschieht – dies betrifft etwa 25 Prozent des aktuellen Bestands bis 2025 – ist unsicher.

Eine Möglichkeit, die mit Bestandsanlagen belegten Flächen besser zu nutzen, wäre das Repowering, indem ältere Anlagen durch effizientere und leistungsfähigere WEA ersetzt würden. Allerdings fehlt es hierfür an wirtschaftlich tragfähigen Konzepten, in denen ausdrücklich das Repowering zum Ausbau vorhandener Nutzflächen im Fokus steht. 

Ob im Rahmen des Repowerings oder generell nach Ende der Betriebszeit: Die Problematik des Recyclings von Altanlagen wird aktuell hoch diskutiert, doch auch dafür sind nach wie vor geeignete Lösungen gefragt. Aktuelle Ansätze haben vorwiegend den Fortbestand von Altanlagen im Blickpunkt, wie zum Beispiel über Stromlieferverträge an industrielle Großabnehmer – sogenannte Power Purchase Agreements, kurz PPA. Auch diese Möglichkeit kommt jedoch längst noch nicht flächendeckend zum Einsatz.

Wie begegnet das Projekt "RÜCKENWIND" diesen Herausforderungen?

Die eingangs beschriebenen Herausforderungen bieten eine Menge Potenzial und direkte Ansätze zur Entwicklung eines innovativen, digitalen B2B-Plattform-Geschäftsmodells. Ein solches zu entwickeln und zu validieren, ist Ziel des Projekts „RÜCKENWIND“. 

Deutsche Windenergieanlagen-Betreiber sollen durch dieses Plattform-Geschäftsmodell wirtschaftliche Anreize erhalten, ihre Altanlagen durch neue zu ersetzen und im Ausland Standorte für eine „Second Life“-Nutzung zu finden.

Dabei soll die B2B-Plattform nicht bloß einen Marktplatz für alte Windenergieanlagen im Ausland darstellen, auf welchem diese schlicht zum Verkauf angeboten werden. Stattdessen bietet das Geschäftsmodell den deutschen Betreibern Perspektiven, für den Weiterbetrieb im Ausland je erzeugter Kilowattstunde – im Pay-per-kWh-Betrieb – noch eine finanzielle Vergütung zu erhalten. So wird aus „Made in Germany“ zusätzlich „Operated by Germany“. 

Weitere Vorteile bestehen zudem in der längeren Nutzung ihrer Investitionen, während die Mitbetreiber im Ausland von der Erfahrung und dem Betreiber-Know-how ihrer deutschen Geschäftspartner profitieren. Nicht zuletzt ist durch diesen bilateralen Ansatz auch das sachgerechte und ordnungsgemäße Recycling nach Ende der WEA-Lebensdauer gesichert, denn die Windenergieanlagen sollen bei diesem Geschäftsmodell im Besitz der deutschen Betreiber bleiben. Dementsprechend erfolgt auch das Recycling nach deutschen Standards.

Bei der Entwicklung und Validierung des Plattform-Geschäftsmodells soll das Ziel erreicht werden, mindestens fünf Gebrauchtanlagen, inklusive deren Pay-per-kWh-Betrieb, erfolgreich und pilothaft zu vermitteln. Als neue Zielländer stehen Osteuropa, Lateinamerika und Afrika im Fokus. Dafür ist zunächst eine methodische, strukturierte und vor allem kundennahe Entwicklung eines Geschäftsmodells notwendig.

Frühe Anwendertests sollen dabei schnelle Lerneffekte generieren und so die Erfolgswahrscheinlichkeit des Plattform-Geschäftsmodells erhöhen. Obendrein eröffnet es auch anderen deutschen Marktteilnehmern neue Geschäftsmodelle und Umsatzwachstum durch den Zugang zu internationalen Märkten. 

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Gebündelte Kompetenzen 

Starke Partnerschaften zwischen Akteuren aus der Wirtschaft und der Hochschule Karlsruhe verleihen dem Projekt "RÜCKENWIND" die nötige Schubkraft:

1. Die Hochschule Karlsruhe (XLab). Das Team um Prof. Dr. Carsten H. Hahn übernimmt aufgrund reichhaltiger Erfahrung im Bereich der Plattformökonomie die Entwicklung des zugrundeliegenden Geschäftsmodells.

2. Die WIV GmbH, (kurz WIV), welche sich als Online-Marketing-Agentur speziell auf die Bedürfnisse von KMU eingestellt hat. Die WIV betreibt ebenso die führende online B2B-Plattform der Windkraftbranche wind-turbine.com. Dementsprechend bringt sie ein großes Netzwerk, wertvolle Kontakte zu potenziellen Pilot-Betreibern und viel Branchenerfahrung in das Projekt ein.

3. Die let‘s dev GmbH & Co. KG (kurz let’s dev). Sie ist ein erfahrenes Softwareunternehmen aus Karlsruhe mit 40 Mitarbeitern und insbesondere in der App-, Backend-, Web- und Cloudentwicklung sowie dem UX-Design tätig. Im Rahmen des Projekts "RÜCKENWIND" ist let‘s dev für die technische Umsetzung verantwortlich.

Zudem wird das Projekt "RÜCKENWIND" durch das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

„Die Möglichkeit des Weiterbetriebs für Betreiber von Altanlagen nach Ablauf der Förderung im Ausland, supportet mit nachhaltiger deutscher Technologie und Know-how, ist einzigartig. Wir freuen uns sehr darauf, das ambitionierte Projekt mit unseren Partnern aus Karlsruhe umzusetzen, um der deutschen Windbranche über diesen Weg Zugang zu neuen Märkten zu ermöglichen“, so Bernd Weidmann, CEO von wind-turbine.com sowie der WIV GmbH.

 

Weitere Veröffentlichungen über das Projekt "RÜCKENWIND"

EUWID | Neue Energie: https://www.euwid-energie.de/projekt-rueckenwind-eine-innovative-weiterbetriebs-alternative-fuer-windkraftanlagen/

Erneuerbare Energien: https://www.erneuerbareenergien.de/markt/windmarkt/alte-anlagen-im-ausland-weiterbetreiben

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Quelle : wind-turbine.com