Bundeswehr verhindert Windkraftanlagenbau

veröffentlicht am 12.11.2012
Windräder
In den Jahren 2010 bis 2012 meldete die Bundeswehr Bedenken gegen knapp 60 geplante Windenergieanlagen in Niedersachsen an – dies betraf etwa jede zehnte. Derweil bleibt die Windenergiebranche jedoch ruhig und bezeichnet dies als Einzelfälle. So bedeute nicht jeder Einspruch von Seiten der Bundeswehr das unmittelbare Aus. Die Wehrverwaltung Nord spricht hingegen von nicht hinnehmbaren Umständen. So haben die Bundeswehr-Radaranlagen offenbar Probleme, rotierende Windenergieanlagen von einzelnen Luftfahrzeugen zu unterscheiden. Dies schränke die Auftragserfüllung der Luftverteidigung in hohem Maße ein. Bereits zwischen den Jahren 2005 bis 2009 lehnte die Bundeswehr den Bau von knapp 130 Anlagen an 24 unterschiedlichen Standorten ab, und zwar aus identischen Gründen.

Radare sollen umgerüstet werden


Nicht jeder Einspruch der Bundeswehr hatte bislang Erfolg. So entschied das Oberverwaltungsgericht Lüneburg im vergangenen Jahr in einem Urteil, dass eine Anlage in 34 Kilometern Entfernung zu militärischen Radargeräten nicht zu einer Beeinträchtigung ihrer Funktionsfähigkeit führe. Dies müsse die Bundeswehr zunächst belegen, so die Richter. Bis 2015 will die Bundeswehr jedoch technisch auf die gegebenen Umstände umrüsten und die alten Radargeräte durch innovative Neugeräte ersetzen, heißt es von Seiten des Verteidigungsministeriums. Diese neue Radargeneration ist weniger anfällig für Störungen. Während den Windenergieanlagen vielerorts aufgrund des Nachttiefflugsystems der Bundeswehr in der Höhe Grenzen gesetzt waren, erweiterte die Luftwaffe nun ihre Tiefflughöhen auf knapp 100 Meter. So stellen Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von 220 Metern nun keine Hindernisse für Düsenjets dar.