Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert

veröffentlicht am 29.11.2021

Amazon, Google, Facebook, Alibaba, Tencent … es reicht bereits, diese fünf Namen zu nennen, um die Marktposition und Kräfteverhältnisse digitaler Business-to-Customer-Plattformen „In a Nutshell“ zu beschreiben: Von den globalen Top 5 digitalen B2C-Plattformen stammen drei aus den USA, zwei aus China. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der europäische Anteil am Plattform-Kuchen ist winzig.

Digitale Plattformen Windenergie
Die deutsche Windindustrie steht vor spannenden, digitalen Herausforderungen | (c) metamorworks – stock.adobe.com

Dass B2C-Plattformen und -Marktplätze mit ihrer Auswahl und ihren Preisvorteilen die Konsumentenseite längst erobert haben, lässt einen fast vergessen, dass es auch noch einen B2B-Bereich gibt. Dessen Digitalisierung scheint noch bevorzustehen, wenn man sich zahlreiche Umfrage- und Studienergebnisse ansieht. Nun könnte man sich fragen, wie zeitgemäß es in der dritten Dekade des 21. Jahrhunderts noch sein mag, sich mit klassischen Akquise- und Vertriebskanälen – sprich: per Telefon, Fax oder E-Mail – an Lieferanten, Hersteller, Dienstleister oder Kunden zu wenden.

Andererseits zeigt diese Situation auch: Es gibt noch viel ungenutztes Potenzial im Bereich B2B-Plattformen. Es ist die Chance für europäische Akteure, diesmal nicht die Plattform-Parade an sich vorbeiziehen zu lassen, sondern selbst etwas zu erschaffen und oder zumindest eine eigene Plattform-Strategie zu entwickeln. Es ist keine Frage des Ob sondern des Wann, denn Plattformen im B2B-Sektor sind nicht einfach nur ein weiterer Vertriebskanal – sie ändern die Wirtschaft grundlegend.

Ganz zu schweigen von den Prozessen, die mithilfe digitaler Technologie vereinfacht und beschleunigt werden: Als Intermediäre verbinden sie zwei oder mehr Marktteilnehmer beziehungsweise Geschäftspartner auf Augenhöhe miteinander, vereinfachen deren Interaktion oder machen diese sogar erst möglich, wenn man etwa über den Tellerrand der Landesgrenzen hinausschaut.

Anteil Europa Digitale Plattformen
Es gibt noch viel Aufholpotenzial | (c) Pixel-Shot – stock.adobe.com

Erfreulicherweise entsteht in Deutschland aktuell ein florierendes Plattformökosystem, dem die industrielle Stärke des Landes zugute kommen sollte: Mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sind ein Beitrag der deutschen Industrie. Dementsprechend ist davon auch die Plattformlandschaft Deutschlands in ihrer Entwicklung geprägt. Dabei wird ein weiteres besonderes Merkmal von B2B-Plattformen deutlich: Der extrem hohe Grad der Spezialisierung. Erst im November 2021 veröffentlichte der Bundesverband der Deutschen Industrie, kurz BDI, ihre Veröffentlichung "Deutsche digitale B2B-Plattformen", die hervorragend aufzeigt, wie vielfältig die Plattform-Landschaft bereits ist.

Blicken wir auf Erneuerbaren Energien, gilt Deutschland mit seiner Energiewende und vielen innovativen Unternehmen  als Vorreiter und Pionier – vor allem im Windenergie-Bereich. Daher ist es vielleicht nicht verwunderlich, aber umso erfreulicher, dass die weltgrößte, internationale B2B-Plattform der Windindustrie nicht aus den USA oder China, sondern aus Good Old Germany stammt.

Den Markt mit Vertrauen und Transparenz aufladen

„wind-turbine.com“ lautet der schlichte und einfache Name unserer Plattform, die im Jahre 2022 ihr bereits zehntes Jubiläum feiert. Die Mission und Vision unseres Gründers und CEO Bernd Weidmann ist ebenso klar, wie dieser Name: Die Prozesse in der Windindustrie immer weiter zu digitalisieren, international noch transparenter zu gestalten und die Energiewende zu beschleunigen.

„Als digitale B2B-Plattform agiert man aber generell nicht allein“, so Weidmann. Da die deutsche Industrie traditionell in starken Verbänden organisiert ist, arbeitet deshalb auch der größte und wichtigste Branchenverband, der Bundesverband WindEnergie e. V. (BWE), mit wind-turbine.com zusammen. Weitere wichtige Partner, die die Entwicklung der Plattform vorantreiben, so Weidmann, seien auch die internationalen Leitmessen der Branche, darunter die HUSUM Wind sowie die WindEnergy Hamburg.

„Zwar sind auf den genannten Messen sehr viele, aber natürlich nicht alle Unternehmen der Branche vertreten, egal ob als Aussteller oder als Besucher. Mit einer von überall erreichbaren Plattform können wir zum Beispiel ergänzend dazu auch all jenen einen Zugang zum internationalen Windmarkt bieten, die nicht die Zeit oder Möglichkeit haben, Messen zu besuchen“, beschreibt Weidmann. Hersteller, Projektierer, Serviceunternehmen, Betreiber oder Investoren sind zudem dazu in der Lage, viele wichtige Teilbereiche auf einer digitalen Plattform abzubilden.     

So viele Akteure wie möglich auf einer Plattform zusammenzubringen, ist aber nur eines von vielen Zielen, die wind-turbine.com verfolgen. Neben der Beschleunigung und Vereinfachung von Prozessen, steht vor allem das Ziel im Fokus, den Markt transparenter zu machen und mit Vertrauen aufzuladen, so Weidmann: „Branchenübergreifend wird es ohne eine Plattformstrategie für viele Unternehmen schwierig, auf dem Markt zu bestehen. In zehn Jahren werden 50 Prozent der weltweiten Wertschöpfung über Plattformen abgewickelt werden, darin sind sich führende Wirtschaftsexperten einig. Was uns als Plattform betrifft, wollen wir es den Akteuren aus der Windbranche so einfach wie möglich machen, Geschäftschancen zu ergreifen. Wenn es, wie etwa beim Verkauf von einer oder mehreren Windenergieanlagen, um große Transaktionssummen geht, sind vor allem Transparenz und größtmögliches Vertrauen in die Vertragsparteien essenziell, damit ein Geschäft überhaupt zustande kommen kann. Wir werden mit weiteren digitalen Innovationen die Grundlagen dafür schaffen“, so der Plattform-Gründer.

Akteure digitale Windenergie Plattform
Jede Menge Wertschöpfung dank vieler relevanter Akteure auf einer Plattform

So ist ab Anfang 2022 geplant, Transaktionen mittels Treuhandservice über die Plattform abwickeln können – weltweit, in jeglicher Summe. Perspektivisch stehen noch mehr digitale Applikationen für wind-turbine.com in den Startlöchern. In diesem Zusammenhang ist auch die Rede von einem Planungstool: „Nichts ist unmöglich. Warum sollte man nicht auch irgendwann alle Planungsschritte von Windenergie-Projekten, wie zum Beispiel Forecast oder logistische Prozesse, digital abbilden können? Mit diesem Gedanken beschäftigen wir uns definitiv“, so der CEO von wind-turbine.com.

Wann es soweit sein wird, lässt sich zwar noch nicht abschätzen, aber eines ist sicher: Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.

 

Wertschöpfung digitale Plattformen
Es betrifft nicht jeden einzelnen gleichermaßen, aber Plattformen werden ihren Impact haben | (c) knssr – stock.adobe.com