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Recycling von Windkraftanlagen – Wertstoffe aus Rotor, Generator und Getriebe zurückgewinnen

09.10.2026

Die ersten Generationen deutscher Windparks laufen aus der Förderung – und mit ihnen rücken Generatoren, Getriebe und Rotorblätter in den Fokus der Verwertung. Ein Überblick, welche Rohstoffe beim Rückbau von Windkraftanlagen stecken, wo das Recycling an Grenzen stößt und warum Seltene Erden dabei zur Frage der Versorgungssicherheit werden.

Windkraftanlagen werden alt. Was vor zehn Jahren noch nach ferner Zukunft klang, ist für immer mehr Betreiber gelebter Alltag: Die ersten Generationen deutscher Windparks laufen aus der Förderung, viele Anlagen weichen im Zuge des Repowerings leistungsstärkeren Nachfolgern. Ende 2025 drehten sich hierzulande rund 29.230 Windenergieanlagen – etwa ein Drittel davon ist bereits älter als 20 Jahre. Bis Mitte der 2030er-Jahre wird ein erheblicher Teil von ihnen zurückgebaut oder ersetzt, mit allem, was dazugehört: Turm, Gondel, Generator, Getriebe, Rotorblätter.

Was dabei oft übersehen wird: In einer Windkraftanlage steckt weit mehr als Stahl. WALCH Recycling aus Baudenbach beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie sich diese Wertstoffe zurückgewinnen lassen – und zwar möglichst vollständig.

Seltene Erden, Kupfer und Stahl – was in einer Anlage steckt

Moderne Windkraftanlagen setzen auf Permanentmagnet-Generatoren mit Neodym-Eisen-Bor-Magneten – und damit auf Seltene Erden wie Neodym, Dysprosium oder Praseodym, zu den knappsten Rohstoffen der Energiewende. Dazu kommen hochlegierte Stähle aus dem Getriebe, Kupfer aus Wicklungen und Kabeln, Aluminium und Messing aus Schaltschränken und Umrichtern. Den größten Massenanteil liefert der Stahl aus Turm und Fundament. Jeder dieser Werkstoffe braucht einen eigenen Verwertungsweg, wenn am Ende tatsächlich etwas in den Kreislauf zurückfließen soll.

Rotorblätter bleiben die größte Herausforderung

Bei Generatoren, Getrieben und Kabeln ist der Verwertungsweg heute weitgehend klar. Schwieriger wird es bei den Rotorblättern. Die meisten bislang zurückgebauten Blätter bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der sich nur aufwendig in seine Bestandteile trennen lässt. Ab den 2030er-Jahren kommt mit kohlefaserverstärktem Kunststoff eine weitere Materialklasse hinzu – ihr Anteil am Rückbauaufkommen dürfte ab etwa 2033 spürbar steigen. Pyrolyseverfahren gelten inzwischen als großtechnisch einsetzbare Lösung, um Fasern und Harze aus beiden Werkstoffen zurückzugewinnen. Wirtschaftlich lohnt sich das bislang aber nur bedingt: Neue Glasfasern herzustellen ist oft günstiger, als recycelte aufzubereiten. Bei den Metallkomponenten stellt sich dieses Problem so nicht – ihre Rückgewinnung ist technisch erprobt und wirtschaftlich sinnvoll, was den Fokus zusätzlich auf Generator, Getriebe und Turm lenkt.

Seltene Erden und die Frage der Versorgungssicherheit

Neodym, Dysprosium und Praseodym zählen zu den sogenannten Seltenen Erden – ein Name, der in die Irre führt, denn selten sind sie vor allem in Europa. Der weitaus größte Teil der globalen Fördermenge stammt aus China, ebenso ein Großteil der Weiterverarbeitung zu Magnetwerkstoffen. Für Branchen, die auf Permanentmagnete angewiesen sind – Windenergie, Elektromobilität, Medizintechnik –, macht das die Lieferketten anfällig für politische und wirtschaftliche Verwerfungen. Recycling ändert diese Abhängigkeit nicht über Nacht. Aber es schafft eine zweite Quelle, die nicht von Exportentscheidungen einzelner Länder abhängt: Je mehr Altmagnete aus ausgedienten Windkraftanlagen zurück in den Kreislauf fließen, desto weniger Druck entsteht auf der Importseite.

Vom Ankauf bis zur Rückführung in den Kreislauf

WALCH Recycling begleitet Rückbauprojekte von Anfang bis Ende: vom Ankauf der Komponenten über die fachgerechte Demontage und Zwischenlagerung bis zur Verarbeitung in den eigenen, zertifizierten Erstbehandlungsanlagen. Am Ende steht die Rückführung der gewonnenen Rohstoffe in die Produktion. Das Unternehmen ist als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert und nach BImSchG genehmigt – Dokumentation, Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind dabei keine Formsache, sondern Teil des Tagesgeschäfts. Regelmäßige Audits und die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen helfen dabei, die Verfahren weiterzuentwickeln – gerade bei der Aufbereitung von Permanentmagneten aus Windkraftanlagen ist das ein Feld, auf dem sich in den kommenden Jahren noch einiges bewegen dürfte.

 

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