Während das erst kürzlich veröffentlichte Jahreserträge-Tool zeigt, was eine Windkraftanlage historisch eingespeist hat, rechnet die neue ...
Die neue Funktion „Speichererlöse“ auf wind-turbine.com berechnet für jede Anlage in der Windkraftanlagen-Karte und im Betreiberverzeichnis, was ein Batteriespeicher am Standort pro Jahr erlösen könnte. Das Ergebnis erscheint als Korridor in Euro, direkt im Anlagen-Steckbrief. Entwickelt haben wir die Funktion mit unserem Partner Re-Twin Energy.
Ein ganz normaler Maisonntag. Es ist 13 Uhr und im Day-Ahead-Handel kostet die Megawattstunde minus 250 Euro. Die Sonne steht hoch, die Nachfrage liegt am Boden, und wer in dieser Stunde Strom ins Netz einspeist, bezahlt dafür.
Solche Stunden gehören inzwischen zum Jahreslauf. Die Bundesnetzagentur zählte für 2025 insgesamt 573 Stunden mit negativen Börsenpreisen, im Jahr davor waren es 457. Für Windparkbetreiber verschärft das Solarspitzengesetz die Lage: Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 ans Netz gehen und ihren Zuschlag nicht schon vorher erhalten hatten, verlieren die Marktprämie ab der ersten Stunde mit negativem Preis. Bestandsanlagen trifft es je nach Inbetriebnahmejahr nach mehreren zusammenhängenden Negativstunden.
Ein Windpark ohne Speicher verkauft wie ein Obstbauer ohne Kühlhaus: alles zur Erntezeit, zum Preis des Tages, während der Nachbarhof dieselben Äpfel anbietet. Mit Kühlhaus wandert die Ernte ins Lager und geht raus, wenn die Kisten knapp werden. Ein Batteriespeicher arbeitet nach demselben Prinzip, nur im Rhythmus eines Tages. Er nimmt Strom auf, wenn der Markt ihn schlecht bezahlt, und gibt ihn ab, sobald die Preise anziehen.
Ob sich das an einem bestimmten Standort rechnet, klärten Betreiber bisher mit einem eigenen Rechenmodell oder einem beauftragten Gutachten. Eine erste Antwort finden Sie ab sofort direkt im Anlagen-Steckbrief auf wind-turbine.com.
In der Windkraftanlagen-Karte und im Betreiberverzeichnis öffnet ein Klick auf eine Anlage deren Steckbrief. Unterhalb der Betreiberdaten finden Sie den neuen Button „Speichererlöse", derzeit als Beta gekennzeichnet.

Nach dem Klick verfolgen Sie die Berechnung Schritt für Schritt. Zuerst führt das System Standort- und Leistungsdaten der Anlage zu einem Speicher-Szenario zusammen. Anschließend bewertet ein KI-gestütztes Analysemodell Markt-, Netz- und Betriebsannahmen für verschiedene Speicherstrategien. Am Ende verdichtet es die Simulationsergebnisse zu einer jährlichen Bandbreite.

Das Ergebnis zeigt das jährliche Erlöspotenzial eines Batteriespeichers als Korridor. In einer Beispielrechnung für eine Nordex N117 mit 3,6 MW Nennleistung in Mecklenburg-Vorpommern weist das Tool zum Beispiel 115.467 bis 138.600 Euro pro Jahr aus, im Mittel rund 127.000 Euro. Unter- und Obergrenze liegen damit etwa 20 Prozent auseinander. Bei diesem Standort spricht die enge Spanne für eine solide erste Einschätzung: 127.000 Euro Zusatzerlös pro Jahr sind eine Hausnummer, die einen genaueren Blick auf CAPEX und OPEX des Speichers rechtfertigt.

Die Breite des Korridors ist selbst eine Information. Je weiter die Werte auseinanderliegen, desto stärker hängt das Ergebnis von Annahmen ab, die am Standort noch offen sind. Welche das sind, legt der Button „Woher wissen wir das?" offen: Marktbedingungen, Windaufkommen, Größe und C-Rate des Speichers, Netzrestriktionen sowie die Betriebsweise der Batterie.
Wichtig für die Einordnung: Der Korridor beziffert Erlöse. Investitions- und Betriebskosten des Speichers rechnen Sie im nächsten Schritt dagegen. Erst dann wird aus dem Erlöspotenzial ein Business Case.
Für Betreiber von Bestandsparks liefert der Korridor eine Grundlage für die Frage, ob sich ein nachgerüsteter Speicher am vorhandenen Netzanschluss lohnen könnte. Das betrifft vor allem Parks, die bereits regelmäßig in Negativpreisphasen einspeisen und dabei Marktprämie verlieren. Wer über einen Verkauf seines Windparks nachdenkt, gewinnt ein zusätzliches Argument: Eine belegbare Speicheroption erweitert, was ein Käufer in den Standort hineinrechnen kann.
Käufer und Investoren prüfen mit derselben Funktion, welches Flexibilitätspotenzial in einem Park steckt, bevor der Datenraum öffnet. Ein Standort mit starkem Speicherkorridor liefert einen Werthebel, den die Ertragsrechnung des laufenden Betriebs bislang nicht abbildet.
Bei Neuprojekten und Repowering-Vorhaben wiegt die Frage am schwersten. Wer heute eine Anlage ans Netz bringt, verliert die Marktprämie ab der ersten negativen Stunde. Ein Speicher, der von Beginn an mitgeplant ist, verschiebt Einspeisung in erlösstarke Zeitfenster und beeinflusst damit Dimensionierung, Netzanschluss und Finanzierung des gesamten Projekts.
Die Daten stellen wir gemeinsam mit unserem Partner Re-Twin Energy bereit. Das Berliner Unternehmen entwickelt Revenue Analytics und Digital-Twin-Szenarioanalysen für Batteriespeicher. Die Plattform bildet Speicherprojekte als digitalen Zwilling ab, simuliert sie mit realen Marktdaten und vergleicht Projektvarianten miteinander, auch in Co-Location mit Windenergieanlagen.
Für wind-turbine.com hat Re-Twin zahlreiche Projekt- und Marktszenarien analysiert, um abzuschätzen, wie ein Speichersystem den Wert einer Windkraftanlage steigern kann. Der Korridor im Steckbrief markiert damit einen ersten Anhaltspunkt für die Wirtschaftlichkeit einer Speichererweiterung.
Wer tiefer einsteigen will, konfiguriert sein Wind- und BESS-Projekt direkt in der Re-Twin-App und testet dort unter anderem folgende Stellschrauben:
Den Weg dorthin öffnet der Button „Detaillierte Speicheranalyse anfragen" am Ende des Ergebnisses. Die Werte im Steckbrief beschreiben Szenarien. Welche Erlöse ein Speicher am Standort tatsächlich erzielt, hängen von Dimensionierung, Vermarktung und Marktentwicklung ab.
„Batteriespeicher werden für Windparkbetreiber zunehmend zu einem wichtigen Baustein, um Strom flexibler zu vermarkten und zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen. Deshalb simulieren wir für jede Windkraftanlage auf unserer Karte auf Knopfdruck, welche Speichererlöse grundsätzlich möglich sein können. Das ist sowohl für bestehende Windparks als auch für neue Projekte und Repowering-Vorhaben interessant: Strom kann dann gespeichert werden, wenn die Vermarktungsbedingungen ungünstig sind, und zu attraktiveren Zeitpunkten wieder in den Markt gebracht werden. Mit diesem Tool möchten wir Betreibern eine schnelle erste Orientierung geben, ob sich die nähere Beschäftigung mit einem BESS am jeweiligen Standort wirtschaftlich lohnen könnte", sagt Bernd Weidmann, CEO von wind-turbine.com.
Öffnen Sie die Windkraftanlagen-Karte oder das Betreiberverzeichnis, wählen Sie eine Anlage und sehen Sie mit einem Klick auf „Speichererlöse", welchen Jahreskorridor ein Batteriespeicher an diesem Standort erschließen könnte.
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