Großbritannien bleibt Offshore-Windland Nummer eins

veröffentlicht am 20.12.2018

Großbritannien, seit Jahren weltweit die Nummer eins bei der Windkraftnutzung auf See, erwartet für dieses Jahr einen neuen Ausbaurekord bei der Offshore-Windenergie: Nach einer Mitteilung des Branchenverbandes RenewableUK werden bis Jahresende insgesamt acht neue Hochseewindparks mit einer Leistung von zusammen 2 121 MW in Betrieb gehen – damit wird der bisherige Rekord aus dem Jahr 2012 von 1 154 MW nahezu verdoppelt. Mit dem 2018er Zubau erhöht sich die Offshore-Windkapazität vor den britischen Küsten laut Datenbasis von Renewable UK auf knapp 7 900 MW. Mit den 2 121 MW bleibt Großbritannien knapp unter dem deutschen Rekord mit rund 2 283 MW aus dem Jahr 2015.

Offshore Windkraft
Großbritannien will bis 2030 ein Drittel seines Strombedarfs aus Offshore-Windkraft decken. Der zu erwartende Rekord ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Größter Floating-Offshore-Windpark

Zu den acht neuen britischen Meerwind-Projekten zählt unter anderem das Vorhaben Walney Extension, das mit einer Leistung von 659 MW das derzeit größte Windkraftwerk auf See ist. Rekordverdächtig ist auch die Kincardine Wind Farm vor der schottischen Küste: Mit einer Leistung von 50 MW ist dieses Projekt der bislang größte Floating-Offshore-Windpark. In diesem Jahr hat die Stromeinspeisung der ersten Turbinen begonnen.

Bis zum Jahr 2030 soll ein Drittel des Strombedarfs aus Offshore gedeckt werden

Emma Pinchbeck, Geschäftsführerin von RenewableUK, zeigte sich in einer Mitteilung sehr zufrieden mit den Fortschritten auf See: „Das ist der Anfang eines großes Wechsels zu mehr erneuerbaren Energien in unserer Stromversorgung. Wir gehen von einer Offshore-Windleistung von rund 30 000 Megawatt bis zum Jahr 2030 aus, mit der dann rund ein Drittel des britischen Strombedarfs gedeckt werden kann.“ 

Mit Ende des nächsten Jahrzehnts dürfte Deutschland nach den derzeitigen Regierungsplänen über eine Offshore-Windkapazität von etwa 15 000 MW verfügen. Derzeit gibt es zahlreiche Bemühungen, diesen seit 2013 gelten Ausbaudeckel anzuheben. Für dieses Jahr erwartet die Stiftung Offshore-Windenergie einen Zubau in deutschen Gewässern von über 1 000 MW. Wohl vollständig in Betrieb gehen in diesem Jahr die Projekte Merkur (396 MW), Arkona (384 MW) sowie Borkum Riffgrund 2 (450 MW). Für das kommende Jahr steht in der deutschen Nordsee die Inbetriebnahme der Hochseewindparks Borkum West/2 (noch in der Bauphase, 200 MW), Hohe See (497 MW) und Albatross (112 MW) an.

Quelle : wind-turbine.com