wind-turbine.com

Der Blick in die Bücher: Jetzt auf wind-turbine.com Ertragsdaten von WEA einsehen

28.08.2026

Wie viel Strom hat diese eine Anlage in 2019, 2022 oder 2024 eingespeist? Die Antwort steckt in etlichen Zeilen EEG-Abrechnungsdaten, von denen normalerweise immer nur der jüngste Jahrgang veröffentlicht wird. Ab sofort sind die Jahreserträge einzelner Windenergieanlagen nur noch einen Klick entfernt – in der Windkraftanlagen-Karte und im Betreiberverzeichnis von wind-turbine.com.

Wer die Aktie eines Unternehmens kauft, interessiert sich brennend für dessen Geschäftsbericht und den Blick auf Umsatz, Ergebnis und Entwicklung der letzten Jahre. Und wer ein Mehrfamilienhaus kauft, will wissen, was die Mietaufstellung einbringt, bevor es um den Preis geht. In beiden Fällen landen die Zahlen normalerweise relativ schnell auf dem Tisch.

Wer dagegen eine Windkraftanlage oder einen Windpark kauft, muss tiefer graben und vor allem wesentlich mehr Geduld mitbringen, um an die wirklich wichtigen Daten zu kommen: die jährlichen Erträge der Anlagen. Dabei ist auch diese Zahl öffentlich. Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW legen jedes Jahr zum 15. September ihre EEG-Jahresabrechnung auf netztransparenz.de offen, aufgeschlüsselt bis auf die einzelne Anlage, mit der abgerechneten Strommenge in Kilowattstunden.

Es gibt allerdings einen Haken: Die Abrechnung besteht aus einer Zeile je Monat und Vergütungskategorie. Eine einzelne Windkraftanlage kommt so auf zwölf bis über zwanzig Zeilen im Jahr, die erst summiert werden wollen. TransnetBW allein meldete für 2024 rund 1,4 Millionen solcher Zeilen plus 650.000 Stammdatensätze. Über alle vier Netzbetreiber summiert sich das auf etwa zehn Millionen Zeilen. Für ein Jahr.

Und wer heute trotzdem das Durchhaltevermögen hat, sich durch diesen Wust an Dateien zu kämpfen, findet ausschließlich 2024. Die Veröffentlichungspflicht endet nämlich mit Ablauf des folgenden Kalenderjahres, danach verschwinden die Datenpakete wieder von der Netz-Plattform. Eine Ertragsreihe der vergangenen Jahre bekommt also nur, wer jährlich fleißig aufs Neue heruntergeladen und archiviert hat. Ein sportliches Unterfangen bei über 30.000 Windenergieanlagen in Deutschland.

Für einen Investmentmanager, der fünf Windparks auf der Shortlist hat, blieb damit also vorerst nur der direkte Weg, fünf E-Mails an fünf Betreiber zu schreiben. Die Zahlen liegen dort ja vor, denn jede Betreibergesellschaft führt ihre Abrechnungen über Jahre. Allerdings hat ein Betreiber selten Anlass, sie herauszugeben, bloß weil ein Unbekannter freundlich danach fragt – und erst recht nicht, wenn gar kein Verkauf im Raum steht.

Also fängt der Investor an zu schätzen: Nennleistung, Baujahr, dazu noch ein Erfahrungswert für die Region. Daraus entsteht die erste grobe Preisvorstellung. Was die Anlage wirklich eingespeist hat, sieht er im Datenraum, wenn der Betreiber die Zahlen schließlich offenlegt. Bis dahin liegen schon mehrere Wochen und Beraterhonorare hinter ihm.

Ab sofort können Kaufinteressenten einfach nachsehen: Die Windkraftanlagen-Karte und das Betreiberverzeichnis auf wind-turbine.com zeigen die Jahreserträge seit 2019 von Windkraftanlagen in Deutschland. Ein Klick genügt.

Ein Klick für sechs Jahre Ertragshistorie


Die Windkraftanlagen-Karte auf wind-turbine.com sieht aus wie eine Satellitenansicht bei Google Maps, in die wir jede Windkraftanlage der Bundesrepublik eingezeichnet haben: Gut 31.000 Anlagen in Betrieb, dazu die stillgelegten und die geplanten. Links läuft die Filterspalte: Bundesland, Ort, Windzone, Hersteller und Modell, Nennleistung, Nabenhöhe, Inbetriebnahmejahr. Wer will, tippt einfach direkt den Betreibernamen ein und sieht dessen kompletten Bestand aufleuchten.

Der Klick auf eine Anlage öffnet den Steckbrief. Betreiberadresse, MaStR-Nummer, technische Daten, Auflagen, Historie der Betreiberwechsel. Darunter haben unsere Entwickler noch einen zusätzlichen Button eingebaut, orange hinterlegt: Jahreserträge.

Dahinter öffnet sich die EEG-Jahresabrechnung der Anlage. Ganz oben sehen potenzielle Kaufinteressenten nun den Durchschnitt der letzten sechs Jahre in Megawattstunden, darunter die Spanne zwischen dem schwächsten und dem stärksten Abrechnungsjahr. Und darunter ein Balkendiagramm, das die Ertragsentwicklung von 2019 bis 2024 Jahr für Jahr abbildet, mit eingezeichneter Mittellinie.

Dieselben Zahlen stecken im Betreiberverzeichnis. Wer dort einen Betreiber aufruft, bekommt seinen Anlagenbestand als Tabelle, aufgeschlüsselt nach Betriebsstatus und mit den technischen Eckdaten jeder Maschine. Am rechten Rand jeder Zeile steht ein kleines Blitzsymbol. Ein Klick, und die Ertragsreihe dieser einen Anlage klappt auf. Bei einem Park mit zwölf Anlagen arbeitet sich der Investor so in wenigen Minuten durch den gesamten Bestand.

Was die Ertragskurve über eine Anlage verraten kann

Zurück zu unserem Investmentmanager. Er öffnet die erste Anlage seiner Shortlist, klickt auf die Jahreserträge und sieht: fünf Jahrgänge auf ähnlichem Niveau, einer davon jedoch bei knapp der Hälfte. Der reine Durchschnitt darüber hätte ihm das nie verraten.

Ein Jahr, das derart aus der Reihe fällt, hat einen Grund. Ein Getriebeschaden mit langer Ersatzteilwartezeit? Vielleicht eine Abschaltauflage zum Fledermausschutz? Oder aber eine Netzengpass-Abregelung, die längst behoben ist? Was hinter einer Ertrags-Durststrecke steckt, entscheidet über einen erheblichen Teil des Kaufpreises – und auch darüber, ob der Standort für ein Repowering taugt.

Also greift er zum Telefon und kann ganz anders ins Gespräch gehen. Der umgekehrte Fall zählt allerdings genauso. Sechs Jahrgänge, die belegbar eng beieinanderliegen, sind ein Argument, das ein Verkäufer selbstbewusst in die Preisverhandlung mitnehmen kann.

Woher die Zahlen stammen

Grundlage der Daten ist die offizielle EEG-Jahresabrechnung, die die vier Übertragungsnetzbetreiber jedes Jahr am 15. September veröffentlichen, geprüft von einem Wirtschaftsprüfer. Sie enthält, wie viel Strom jede einzelne Anlage im Vorjahr eingespeist hat, über welchen Vergütungsweg – bei Windkraft praktisch immer die Marktprämie – sowie die Stammdaten der Anlage: Standort, Leistung, Inbetriebnahmedatum.

Unser Partner rkDrei GmbH aus Potsdam, ein Spezialist für Wind- und Solarprojektierung, Digitalisierung und Geodatenmanagement, wertet diese Rohdaten für uns aus. Dabei führt rkDrei auch zwei Register zusammen, die sich sonst nicht von selbst verstehen: Dieselbe Anlage trägt in der EEG-Abrechnung eine andere Nummer als im Marktstammdatenregister, aus dem unsere Karte ihre technischen Daten zieht. Sechs Jahrgänge, 2019 bis 2024, stehen inzwischen so durch rkDrei aufbereitet auf wind-turbine.com zur Verfügung. Das Jahr 2025 kommt Mitte September dazu, wenn die Übertragungsnetzbetreiber ihre nächste Jahresabrechnung veröffentlichen.

„Die EEG-Jahresabrechnungen der Übertragungsnetzbetreiber sind öffentlich zugänglich. Nur bleiben sie das eben immer nur für eine begrenzte Zeit, und wer eine mehrjährige Reihe braucht, muss sie sich Jahr für Jahr sichern. Wir haben damit früh angefangen“, so Lars Roskoden, Geschäftsführer der rkDrei GmbH. „Aus den Rohdaten wird eine Zeitreihe, sobald man die abgerechneten Mengen sauber je Anlage zusammenführt und mit dem Marktstammdatenregister verknüpft. Auf wind-turbine.com steht das Ergebnis jetzt an der Stelle, an der Betreiber und Investoren ohnehin nach Anlagen suchen, aber noch eine entscheidende Kenngröße zur Entscheidungsfindung brauchen.“

 

Am Ende profitiert auch der Betreiber

Die neue Funktion trifft einen wunden Punkt im Kaufprozess. „Am Ende zahlt ein Investor für eine Ertragserwartung. Wer die Vergangenheit der Anlage kennt, kann diese Erwartung begründen, statt sie nur zu unterstellen“, sagt Bernd Weidmann, Gründer und Geschäftsführer von wind-turbine.com. „Das verändert, wo eine Verhandlung beginnt. Sechs Jahrgänge echter Abrechnung sind ein anderes Fundament – für beide Seiten übrigens, denn ein Verkäufer mit guten Zahlen hat jetzt etwas in der Hand.“

 

Jetzt Windkraftanlagen-Jahreserträge einsehen

Wer einen Windpark kauft oder verkauft, soll mit echten Zahlen arbeiten können – da sind Schätzungen fehl am Platz. Deshalb stellt wind-turbine.com die Funktion für alle registrierten und eingeloggten Nutzer offen und kostenfrei zur Verfügung. Unser Team wird sich genau anschauen, wie die Branche damit arbeitet, was gut funktioniert und wo wir noch nachjustieren können. Wie immer freuen wir uns über jeden konstruktiven Hinweis unserer User.

 

Jetzt Anlagen auf der Karte auswählen, Jahreserträge öffnen und die Ertragsentwicklung seit 2019 ansehen: